Filter schließen
Filtern nach:
Datum
Eine bereits in Vergessenheit geratene Unterhaltungsform erlebt in Zeiten geschlossener Kinos und abgesagter Veranstaltungen eine Renaissance: die Rede ist von den Autokinos, die alles mitbringen, was in Zeiten des Covid-19-Virus von Seiten der Ordnungsämter vorgegeben ist: genügend Abstand untereinander, viel frische Luft im Freien, Lieferservice ans Auto und Rauchen ist auch erlaubt. Vor Jahren gab es in Deutschland noch über 40 Autokinos, bis vor kurzem waren es gerademal noch 20 Standorte in Deutschland, aber seit die Lichtspielhäuser und Kinos geschlossen bleiben müssen, schießen die Autokinos wie Pilze aus dem Boden. Allein im April 2020 wurden Deutschlandweit rund 80 Autokinos von Aachen über Bielefeld, Chemnitz, Dresden, Dortmund bis Wuppertal und Warendorf, von Süd nach Nord und sogar auf den Inseln der Nord- und Ostsee neu eröffnet.
Am 25. Mai 1990 wurde der erste Mazda MX-5 in Stuttgart zugelassen. Der kleine Roadster mit dem spritzigen 1,6 Liter-Triebwerk und dem knackigen Fünfgang-Getriebe verzückte vor 30 Jahren die Autowelt. Er war wie eine „Erlösung“, denn es gab damals keine bezahlbaren Autos für Frischluftfans. Mit einem Neupreis von 34.850 Mark wurde der nur 980 Kilogramm schwere Sportwagen schnell zum Bestseller – und jetzt ist er ein „echter“ Oldtimer.
Das Oldtimer-Virus hat sich am Corona-Virus infiziert und ist auf Schleichfahrt gegangen. Wichtige Highlights, Messen, Ausfahrten und Rallyes wurden abgesagt, der Handel mit historischen Fahrzeugen ist ebenso wie der Handel mit Kraftfahrzeugen fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Einzig die Online-Auktionen nehmen zu, aber die Käufer spielen auch hier nur mit angezogener Handbremse und unter Vorbehalt mit, denn Vorbesichtigung oder gar Probefahrt wird nicht angeboten. Und selbst wenn einer ein Schnäppchen machen konnte, steht er spätestens zu Hause vor der geschlossenen Kfz-Zulassungsstelle. Europas Classic Car Gemeinde ist fest im Griff des COVID-19-Virus.
Bremen Classic Motorshow 2020: Der Stand F32 der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung GmbH in Halle 5 ist wie jedes Jahr ein gesuchter Anlaufpunkt für die Freunde klassischer Fahrzeuge. Und wie jedes Jahr gibt es am neugestalteten Stand ein Highlight für die Oldtimerfans – ein rechtsgelenkter roter VW-Käfer, der einst Mitglieder der „Australian National Antarctic Research Expedition“ zu ihrer Forschungsstation am Südpol brachte. Aber es sollte noch besser kommen. Ronald Genßler, Oldtimer-Enthusiast aus dem Bonner Raum, besuchte die GTÜ Oldtimer-Experten am Stand und hatte eine Mappe unter dem Arm, deren Inhalt die GTÜ Classic Experten in Begeisterung versetzte.
[F-Kubik] Halwart Schrader ist Jahrgang 1935. In Braunschweig geboren, waren auch die folgenden Kriegsjahre nicht einfach. Der Wiederaufbau prägte seinen Alltag. Mit 18 Jahren und gerade erworbenen Führerschein bemerkte Schrader früh, dass alte Fahrzeuge in der Gunst der nach Neuem strebenden Gesellschaft keine Wertschätzung erfuhren. Gerade in den frühen Jahren der prosperierenden Bundesrepublik begann die Wegwerfgesellschaft, mit deren Problemen wir noch heute kämpfen. Dem drohenden Verlust manchen Kulturguts versuchte er sich mit verständlichen Botschaften entgegenzustellen.
Die automobile Welt hat sich in den letzten Wochen einschlägig verändert: Die Lungenkrankheit Corvid-19 mutierte zum Veranstaltungskiller und verdrängte die Diskussion über die Geschwindigkeitsbegrenzung aus der Medienlandschaft. Erst untersagten die Schweizer Behörden Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern wie „The ICE“ in St. Moritz und in Folge auch die 90. Ausgabe des Genfer Automobilsalons. Dann zog das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen nach und die Veranstalter der Techno Classica zogen die Reißleine. Die S.I.H.A. möchte in den Juni verschieben. Die Diskussion, wer auf welchen Kosten sitzen bleibt, wird ihren Höhepunkt erreichen.
GTÜ-Classic präsentierte auf der Retro Classics Stuttgart 2020 die Oldtimer-Statistik 2019 · Mit dem Fahrzeugalter sinkt die Mängelzahl · Von den Vorkriegsfahrzeugen kommen fast 80 Prozent mängelfrei durch die Hauptuntersuchung
Auf der Jubiläumsveranstaltung der zwanzigsten Retro Classics in Stuttgart, sind neben speziellen Angeboten für den handwerklichen Nachwuchs der Branche und speziellen Themenausstellungen auch erstmals Kunstwerke zu bewundern. Die Messe präsentiert in Zusammenarbeit mit der Berliner Galerie König den vollständig aus Aluminium gefertigten „Fat Car“ des Bildhauers Erwin Wurm. Darunter verbirgt sich der Torso eines Porsche 911 in ungewohnt „knubbeliger“ Formgebung.
RM Sotheby´s, das derzeit größte Auktionshaus, hat zum Abschluss des Auktionsjahres 2019 jetzt einen Rückblick auf die Höhepunkte der Auktionen veröffentlicht. Über 5.200 Lose wurden auf 26 Auktionen in sieben Ländern angeboten. Die Einlieferungen kamen aus 40 Ländern und 69 Automobile gingen für über eine Million US-Dollar an die neuen Besitzer. Das Fazit des Auktionshauses: Der Umsatz belief sich im abgelaufenen Jahr auf mehr als 400 Millionen US Dollar. RM Sotheby´s führt mit diesem Ergebnis den Markt mit den höchsten Auktionsverkäufen an. Generell war feststellbar, dass die Käufer jünger werden, den Focus auf jüngere Sammlerautos legen und dabei vor allem die GT-Klasse in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Hochpreisige Automobile werden zwar immer noch angeboten, kommen aber aus jüngeren Produktionen. Bei den Top-Ten Auktionsergebnissen des Auktionshauses RM Sotheby´s waren deshalb auch keine Fahrzeuge aus der Vorkriegszeit dabei. Der Spitzenreiter war ein McLaren F1 aus 1994, der für 19.805.000 US Dollar einen neuen Besitzer fand, gefolgt auf Platz 2 ein 1962 Ferrari 250 GT SWB Berlinetta, der 8.145.000 US Dollar brachte, auf Platz 3 ein 1965 Ford GT 40 Roadster Prototyp, der für 7.650.000 US Dollar den Besitzer wechselte und auf Platz 4 ein Pagani Zonda Äther aus dem Jahre 2017, der für 6.812.500 US Dollar einen neuen Besitzer fand.
Noch vor wenigen Jahren blieben die Garagen, Scheunen und Hallen, in denen Oldtimer abgestellt waren, im Winter verschlossen. Der Winterschlaf dauerte in der Regel sogar fünf bis sechs Monate. Dementsprechend häufig wurde über das perfekte „Einmotten“ diskutiert und auch geschrieben. Dieses jährlich wiederkehrende Procedere haben wir auch irgendwie noch in unseren Köpfen – ist aber Schnee von gestern.
Matthias Kemmer und Marcel Schoch haben soeben den 1. Band ihrer Zusammenarbeit im Bereich Klassische Kraftfahrzeuge vorgelegt, der sich mit dem Markt, der Bewertung, Restaurierungsethik und dem Kauf von Oldtimern und Youngtimern befasst. Das Buch wurde in Kooperation mit der GTÜ herausgegeben. Bereits in Planung ist Band 2 mit den Schwerpunkten Werkstatt Qualitätsbeurteilung, von der Blechbearbeitung bis Lack, Dekor und Glas, sowie die Schmierstoffe und Prüfmethoden von klassischen Fahrzeugen. Ein weiteres Kapitel wird sich mit der Ersatzteilversorgung befassen und Tipps und Tricks zur Ersatzteilrecherche veröffentlichen.
Man nehme prominente und beliebte Zugpferde, ein absolut ausgefallenes Programm mit jede Menge Highlights und Diskussionsstoff, dazu eine Einladung direkt an die Jugendlichen mit einem Concours der Automobile unter dem Motto „30 under 30“, was einfach ausgedrückt 30 unter 30 bedeutet und ausschließlich Automobile zum Wettbewerb zuläßt, die unter 30 Jahre alt sind und nicht mehr wie 30.000 US-Dollar gekostet haben. Ausgedacht haben sich die Audrian Concours & Motor Week in Newport die US-Moderatoren Donald Osborne und der auch in Europa bekannte Sammler und Late Night-Erfinder Jay Leno. Die erste Veranstaltung ging Ende Oktober über die Bühne und die Wiederholung wird aufgrund des tollen Erfolges vom 1.bis 4. Oktober 2020 in Newport auf Rhode Island (USA) stattfinden.
1 von 176