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Ob Statussymbol oder Glücksbringer. In jedem Fall rundet ein zum Fahrzeug passendes Kennzeichen das Gesamtbild ab. Freilich ist diese Symbiose nicht immer gleich zu erkennen. Der Bezug zum Fahrer noch schwerer als der Bezug zum Fahrzeug.
Das BMW M Touring-Modell, 1992 erstmals vorgestellt, kommt in einer unaufdringlichen, scheinbar normalen Kombi-Karosserie daher, doch der Eindruck täuscht: Der M5 Touring ist ein sportlicher Wagen der Superlative. Das High-Performance-Fahrzeug ist bei genauer Betrachtung äußerst bemerkenswert und nach nunmehr fast 30 Jahren immer noch agil auf den Straßen. Wer bei Tempo 200 km/h immer noch diesen unscheinbaren Kombi auf der linken Spur neben sich sieht, sollte wissen, dass der M5 Touring erst bei 250 km/h seinen Motor elektronisch abriegelt. Mit dem ursprünglich für den Supersportwagen BMW M1 entwickelten Reihen-6-Zylinder-Motor, dem M Fahrwerk und einer innovativen, verstärkten Compound-Bremsanlage bietet dieses Modell enorme Leistung und Fahrspaß obendrein. Der Wermutstropfen bei diesem Modell ist aber, dass die BMW M (Motorsport) von dieser Rakete mit praktischen Heckstauraum gerademal 891 Exemplare in Garching bei München gebaut hat und das größtenteils in Handarbeit. Das macht ihn zum Ausnahmemodell und begehrten Sammlerobjekt.
Die MV Agusta F4 750 Lustale, ein „Lustobjekt“ des ehemaligen MV Agusta Deutschland Vertreters und Designers Udo Dörich, wurde im Jahre 2000 als Einzelstück gemeinsam mit der Firma Motorrad Lust in Köln realisiert. Udo Dörich nahm die Gelegenheit wahr, mit dem Händler Lust Motorrad GmbH seinen Anspruch an ein Naked Bike der absoluten Oberklasse umzusetzen. Der Prototyp seiner Vision hat überlebt und wurde vor kurzem der GTÜ zur Hauptuntersuchung vorgestellt. Dieses in der Geschichte von MV Agusta wohl einmalige Projekt ist nach 21 Jahren immer noch eine technische Meisterleistung, die mit der zwei Jahre späteren und offiziell vorgestellten MV Agusta Brutale S durchaus mithalten kann. Befreit von den Seitenverkleidungen der ursprünglichen Umbaubasis MV Agusta F4 750, die durch weitere Eingriffe technisch modifiziert wurde, eilte das Design dem späteren Modell Brutale S voraus. Auf den ersten Blick scheint das Unikat Lustale der Brutale S als Vorlage gedient zu haben, denn zwei Jahre später wurde die Brutale S der wiederbelebten Marke MV Agusta ebenfalls als Naked Bike vorgestellt.
Fahrzeugbeklebungen und das H-Kennzeichen sind ein strittiges Thema und werden von den einzelnen Prüfern innerhalb der Toleranzgrenzen behandelt. Die GTÜ Classic zeigt Beispiele berühmter Sponsoren-Designs auf, welche geschichtlich verankert sind. Es gibt Rennboliden, die sich für immer in die Köpfe von Motorsportfans gebrannt haben. Deren legendäre Designs haben dabei mindestens genauso ihren Teil dazu beigetragen wie ihre Siege auf den berühmtesten Rennstrecken der Welt. Die farbliche Vielfalt machte einen Rennwagen zwar nicht schneller, aber allemal begehrenswerter. Porsche-Designer Stephen Murkett geht dazu in einem Interview sogar noch einen Schritt weiter: „Das Design von Rennwagen ist erst einmal nicht besonders aufregend. Begehrenswert und letztendlich auch schön werden die Rennboliden dann erst durch die Siege und durch die Farben der Sponsoren.“ „Livery“ ist der Begriff für das Farbschema eines Unternehmens auf Fahrzeugen. Das Wort selbst stammt vom französischen „Livrée“, was mit Rennlackierung übersetzt werden kann.
Am 03. September 2021 jährte sich der Geburtstag des Ausnahmetalents Ernst Neumann-Neander zum 150. Mal. Den Fahrzeugenthusiasten ist der in Kassel geborene Ernst Neumann vor allem wegen seiner innovativen Entwicklungen im Motorradbau und den später entwickelten Fahrmaschinen ein Begriff. Neumann (der später noch den altgriechischen Namen Neander „der neue Mann“) an seinen Familiennamen anfügte, war aber mehr als nur ein begnadeter Fahrzeugentwickler. Er war Künstler, Grafiker, Kabarettist, Unternehmen, Entwickler, Rennfahrer und Ingenieur, der stets innovative Lösungen hervorbrachte, aber ständig von den Ereignissen der Zeit eingeholt und überrannt wurde. Neben seinen künstlerischen Ambitionen als Grafiker und Kabarettist – Neumann gehörte ab 1901 zum berüchtigten Münchner Ensemble „Die 11 Scharfrichter“, gründete er 1908 in Berlin eine Werbeagentur für „Moderne Reklame“ und war für namhafte Industrieunternehmen tätig. Schon in dieser Zeit erweiterte er sein Repertoire um den Bereich Karosseriedesign und schuf moderne Karosserieformen für das Karosseriewerk Papler, die Firma Kellner, Szawe und vor allem für die in Hessen ansässige Firma Kruck, die damals eng mit Opel zusammenarbeitetet. Der wirtschaftliche Niedergang nach dem 1. Weltkrieg setzt diesen vielversprechenden Entwürfen aber ein Ende.
Am 24. September 2021 wurde die Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße, besser unter dem Namen AVUS bekannt, 100 Jahre alt. Die heutige Autobahn A115 war einst das Vorzeigeobjekt des modernen Straßenbaus und bot 77 Jahre als AVUS Berlin den Zuschauern Motorsport-Veranstaltungen auf internationalem Niveau. Automobilmarken wie Mercedes-Benz, Bugatti, Ferrari und Porsche errangen auf der AVUS zahlreiche Siege. Die Rennen der Silberpfeile, die noch die steile Nordkurve der AVUS nutzen konnten, sind legendär. Ende der 1990er Jahre fiel dann der letzte Startschuss auf der AVUS. Heute ist nach einem Teilrückbau und Umbau die AVUS ein Teilstück der Autobahn A115 die direkt in den Berliner Grunewald führt. An die glorreichen Zeiten der AVUS erinnern heute nur noch Fragmente der Tribüne, der sogenannte Mercedes-Turm und die Sondermarke der Deutschen Bundespost zum 100jährigem Jubiläum der legendären Rennstrecke. Bereits 1999 war klar, dass die AVUS nur noch in der Erinnerung weiterleben wird, als der Spielzeughersteller Carrera eine seiner letzten Modelle des Berliner Rennparcours auflegte und dieser Spielzeugrennbahn den Namen AVUS gab. Die Avus Rennstrecken der Marke Carrera sind durch den bayerischen Spielzeughersteller der Blechspielwarenfabrik JNF (Josef Neuhierl Fürth) in Fürth auf den Markt gekommen und werden seit 1963 als spurgebundene Autorennbahnen angeboten.
Die ersten Weltreisenden mit einem Goggomobil waren Ilse und Eitel Lange. Sie starteten am 21. Juni 1956 mit ihrem Puck, einem Goggomobil T 300 zu ihrer 365 Tage dauernden Weltreise und kehrten wohlbehalten am 20. Juni 1957 nach Deutschland zurück. Kurz darauf brach das Ehepaar Marlotte und Peter Backhaus im November 1957 in Hamburg mit einem Goggomobil TS 300 Coupe auf, um fünf Jahre später, im Juni 1962, mit einem Glas Isar T 700 nach 200.000 Kilometern Weltreise heimzukehren. Die Reise des Ehepaars Backhaus hatte allerdings einen ungewöhnlichen Verlauf. Der erste Teil ging von Deutschland über Griechenland und die Türkei durch den Orient bis nach Thailand, Kambodscha und Vietnam und wurde mit dem Goggomobil Coupe TS 300 bewältigt. Das Fahrzeug gab in Vietnam den Geist auf und der Hersteller Glas stellte den damals gerne den neuen Fahrzeugtyp Isar T 700 werbewirksam zur Verfügung, da die dringend benötigten Ersatzteile nicht durch den Zoll gelassen wurden. Kurzerhand lieferte Glas also den damals fabrikneuen Isar T 700 unter der Bedingung, dass nur dieses Fahrzeug in den von Backhaus hergestellten Reiseberichten gezeigt werden darf. Prompt wurde die erste Strecke Hamburg-Vietnam mit dem neuen Fahrzeug nochmal in umgekehrter Reihenfolge bewältigt und im Film chronologisch verändert geschnitten. Insofern gibt es die Backhaus-Reise in zwei Versionen. Während auf dem im Christian Verlag erschienen Buch auf dem Buchtitel das Goggomobil Coupe TS 300 abgebildet wurde, war in der 1964 angelaufenen Kinofassung „Traumreise zu Dritt“ nur der Glas Isar T 700 zu sehen. Doch zunächst die Geschichten der Reihe nach.
Die Meinungen gehen gehörig auseinander. Einerseits ein klares „Nein“ zur Fahrt von weiten Strecken mit Oldtimern. Das Risiko sei zu hoch und das Material zu teuer. Und andererseits ein klares „Ja“. Das haben die Wagen schließlich auch früher geschafft und schaffen es auch heute. Auch Oldtimer sind zum Fahren da. Die Machbarkeit liegt irgendwo dazwischen.
Max Hoffman, US-Importeur und der Westcoast-Porsche-Händler Johnny von Neumann waren nach Kriegsende zwei Schwergewichte im amerikanischen Sportwagenmarkt, denen die Hersteller nicht so leicht eine Bitte abschlagen konnten. Im Grunde genommen waren die beiden aber Geburtshelfer für Sportwagen, die von den weniger mutigen Herstellern ansonsten nicht gebaut worden wären. Erinnert sei hier an den BMW 507 oder den Mercedes-Benz 300 SL, um nur einige Modelle zu nennen, die von Hoffman und von Neumann angeregt wurden. Kaum hatte Porsche Ende 1948 in Deutschland den Karosseriebauer Reutter mit der Produktion von 500 Karosserien beauftragt, die dann ab dem Frühjahr 1950 im Porsche Werk Stuttgart-Zuffenhausen in Produktion gingen, standen die Amerikaner auf der Matte und präsentierten ihre Idee eines sportlichen Wettbewerbswagen.
Am 17. Juli 2001 wurde der Solitude Revival e. V. mit Tobias Aichele und sieben Rennfahrerlegenden gegründet, mit dem Ziel, die Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Carrozzeria Ghia wird dieses Jahr 100 Jahre alt, gegründet 1921 von Giacinto Ghia in Turin. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, zu erzählen, wie es zum Karmann-Ghia kam und zeigen mit den Bildern nochmals auf, wie atemberaubend schön dieser auf einem Käfer basierende Cabriolet ist.
Renault 15 und Renault 17, kurz R15 und R17 genannt, betraten im Juli 1971 vor 50 Jahren gemeinsam die Bühne und galten als Antwort auf die zu diesem Zeitpunkt stark nachgefragten sportlichen Coupés á la Ford Capri oder Opel Manta. Selbst die Japaner sprangen ein Jahr zuvor auf diesen sportlich geprägten Zeitgeist auf. Toyota präsentierte sein Celica Coupé, das genauso wie seine europäischen Konkurrenten die amerikanischen Vorbilder wie Mustang und Camaro imitierte. Fast alle Coupés jener Zeit besaßen lange Frontmotorhauben und abgeschnittene Hecks. Anders die Franzosen. Unter der Federführung von Gaston Juchet entstanden damals im „Centre de Style“ von Renault die beiden Schwestern R15 und R17.
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