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GTÜ-Classic stellt ihnen zukünftig in den Newslettern auch Fahrzeuge mit besonderer Geschichte vor. Den Anfang macht jener 914/6, mit dem die ONS (Oberste Nationale Sportkommission) -Staffel die Feuertaufe erlebte, und zwar im eigentlichen Sinn des Wortes. Wir haben dafür auch zwei aktuelle Anlässe: Erstens wurde ONS-Staffel-Gründer Herbert Linge am 11. Juni 2021 stolze 93 Jahre alt und zweitens feierte eine Fangemeinde den 40. Todestag von Herbert Müller am 24. Mai 2021. Der Schweizer Rennfahrer war es, der im September 1972 auf dem Nürburgring aus seinem in Flammen stehenden Ferrari 512 entkommen konnte. Es war der erste offizielle Einsatz des ONS-914/6.
Die internationale Fachwelt und Presse überschlägt sich mit Lobeshymnen auf das kürzlich erschienene zweibändige Referenzwerk über Sammlerautos der letzten 120 Jahre. Ultimate Collector Cars kommt in einem Archivkarton und stabilen Schuber, das zwei großformatige und auf 10.000 Exemplare limitierte Prachtbände enthält, in dem die britischen Designexperten Charlotte und Peter Fiell die Geschichte der spektakulärsten Automobile in Wort und Bild versammelt hat. Angefangen vom legendären Mercedes-Simplex aus dem Jahre 1903, bis hin zum futuristischen McLaren Speedtail des Jahres 2020, sind in diesem fantastischen Referenzwerk 100 Automobile versammelt, die auf 904 Seiten in überwiegend farbigen und großformatigen Fotos weltweit führender Automobilfotografen vorgestellt werden. Jedes der 100 Fahrzeuge kann für sich beanspruchen einmalig und als Meilenstein der Automobilgeschichte zu gelten. Die Autoren begnügen sich jedoch nicht nur mit exzellenten Fotos, sondern liefern zudem meist noch unbekanntes Archivmaterial und die Geschichten zur Entstehung dieser Besten der Besten auf vier Rädern.

Silberstreif

Niemals zuvor wurden auf den Social-Media-Kanälen so viele Erinnerungen gepostet. Die meisten Veranstaltungen liegen tatsächlich bereits zwei Jahre zurück. Aber über Pfingsten gab es einen Silberstreif in der automobilen Eventlandschaft. Die meisten Lichtblicke waren in der Schweiz auszumachen. Ist das die Trendwende?
Der BMW M1, ein Supersportwagen der Extraklasse, überzeugt noch heute mit seinem zeitlosen Design und der enormen Power seiner Renn-Gene. Nach drei Jahren Produktion, 453 produzierten Einheiten (400 Serien- und 53 Rennwagen), stellte BMW die Produktion des M1 (E26) Sportwagens vor 40 Jahren 1981 ein. Der Donnerkeil aus München zählt noch heute zu den gesuchten Supersportwagen und glänzt mit einer furiosen Geschichte. Seine Form erbte der M1 vom BMW Turbo und seinem Schöpfer Paul Bracq, die endgültige Form und das zeitlose Design stammt von italienischen Designer Giorgio Giugiaro. Der BMW M1 wird seit nunmehr 40 Jahren nicht mehr produziert, ist aber aufgrund seines Stylings und seiner Leistungsdaten noch heute ganz vorne anzutreffen und zeitlos modern. Wer einen M1 fahren und besitzen möchte, muss tief in die Tasche greifen und mindestens 500.000 Euro für ein gut erhaltenes Serienfahrzeug bieten. Der bislang teuerste Serienwagen wurde 2016 in Monterey (USA) bei RM Sotheby´s für 577.500 US-Dollar versteigert, die Rennversion, der BMW M1 Procar ging im August letzten Jahres ebenfalls in Monterey auf einer RM Sotheby´s Auktion für 913.000 US-Dollar an einen neuen Besitzer.
Der Volkswagen Transporter T1, korrekte Bezeichnung Typ 2, ist in der Bevölkerung schlichtweg als Bulli bekannt. Er gilt fälschlicherweise als Urvater der Kleintransporter, hatte sich aber trotz seines mangelhaften Transporter-Konzepts gegenüber seinen Konkurrenten durchgesetzt. Es sollte drei Generationen dauern, bis der Heckmotor und –antrieb mit dem Volkswagen T4 nach vorne wanderte. Weshalb das „nachteilige Transporterkonzept“ des Volkswagen dennoch gegenüber seinen innovativeren Konkurrenten durchsetzen konnte, liegt nicht unbedingt an der Marktmacht von Volkswagen, sondern eher an Gewohnheiten. Während die Mitbewerber teils schon wesentlich früher mit Kleintransportern am Markt vertreten waren, hängt dem Bulli immer noch der Ruf an, eine Jahrhundert-Idee gewesen zu sein, die die Konkurrenten nur imitiert hätten. Solcher Volksglaube hängt auch damit zusammen, dass sich heute kaum mehr einer an die Konkurrenz von Goliath, Tempo, DKW und Ford erinnert und schon gar nicht an die eigentlichen Erfinder dieses Konzepts – die Franzosen. Chenard et Walcker stellte bereits in den 1930er Jahren den Kleintransporter T60 vor, dessen Konzept Peugeot 1945 als D3/ D4 weiterentwickelte. Auch Renault und Citroën folgten diesem ursprünglichen Design und brachten noch vor dem Volkswagen T1 den Renault Goélette und den Citroën Typ H heraus. Außer im Saarland hatten die französischen Kleintransporter im Nachkriegsdeutschland aber keine Freunde.

Silberhochzeit

Ist es ein Sakrileg, einen Oldtimer zu elektrifizieren? Die Antwort auf diese Frage muss sich jeder selbst geben. Auf jeden Fall aber gibt es dafür nicht erst Lösungen, seit der Markt mit E-Fahrzeugen boomt und mit staatlicher Unterstützung angeschoben wird. Vielmehr gibt es im kleinen Hilden in Nordrhein-Westfalen ein kleines Unternehmen, welches bereits vor 25 Jahren einem damals bereits 30 Jahre alten Porsche ein neues Leben einhauchte, also den Vierzylinder-Verbrenner durch einen Elektromotor ersetzte. Und weil in der Fachsprache die Verbindung von Karosserie und Motor als Hochzeit bezeichnet wird, feiert die GTÜ-Classic mit diesem Beitrag die erste nachhaltige Silberhochzeit eines nachträglich elektrifizierten Porsche. Für das Shooting auf dem idyllischen Gelände von classic eCars haben wir einen Panamera Hybrid hinzugezogen; um die Dimensionen der neuen E-Mobilitäts-Welt gegenüberzustellen.
Rund 10 Jahre lang erprobte der Australier Edward (Ted) Pritchard seine mit Wasser und Haushaltskerosin angetriebenen Hybrid-Steamcar-Motoren und stellte zwei Prototypen mit diesem Antrieb auf die Straße. Das erste Fahrzeug, ein umgebauter Ford Falcon, wurde vom australischen Royal Auto Club of Victoria einem unabhängigen Test unterzogen. Bereits 1963 fuhr Edward Pritchard mit diesem umgebauten dampfgetriebenen Ford Falcon über Melbournes Straßen und bewies damit, dass er damit ohne Probleme wie ein normaler Ford Falcon flott unterwegs war.

Die Legende lebt

BMW Alpina, BMW 3.0 CSL und BMW Motorsport GmbH. Wie gehört dies Anfang der siebziger Jahre zusammen. Die GTÜ Classic hat gleich zwei Gründe, dieser spannenden Frage nachzugehen. Erstens wurde Jochen Neerpasch, der erste Geschäftsführer der BMW M GmbH am 23. März 2021 stolze 82 Jahre alt und wir konnten bei seinem Gratulationsanruf noch die eine oder andere unklare Frage auflösen; zweitens findet in der Motorworld Region Stuttgart bis zum 6. Juni 2021 die beeindruckende Sonderausstellung „50 Jahre BMW 3.0 CSL“ statt.
Seit 1986 auf der Straße anzutreffen und nahezu unverwüstlich. Audis erste vollverzinkte Karosserie. Der Audi 80 B3 (Typ 89) war ein Meilenstein in der Entwicklung des Automobildesigns und der Aufstieg in die Premium-Klasse mit zahlreichen technischen Innovationen. Der ab 1986 gebaute Audi 80 B3, wurde als viertürige Limousine, zweitüriges Coupe und Cabriolet sowie als sportlicher Allrad-Quattro bis 1991 produziert und zählt zur erfolgreichsten Baureihe der Ingolstädter. Auf identischer Plattform B3 und im Design kaum vom Audi 80 zu unterscheiden, brachte Audi ein Jahr später den heute sehr gesuchten Audi 90 mit einem Fünfzylindermotor und zahlreichen technische Neuerung auf den Markt. Das wegweisende Design war der Vorgeschmack auf den Audi A4. Insbesondere das formschöne Cabriolet konnte sich bis zur Jahrtausendwende am Markt halten und gegen die Mitbewerber durchsetzen.
Der Genfer Automobilsalon in der ersten Märzwoche des Jahres zählte vor Corona stets zu den Highlights der Autowelt. Premium-Hersteller glänzten mit prunkvollen Darstellungen und präsentierten ihre Neuheiten. Am 5. März 2021 vor 30 Jahren präsentierte Rolls-Royce Motor Cars den eleganten Bentley Continental R. Wenige Wochen später wurden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert. Wir freuen uns, wenn der erste Besitzer dieser Design-Ikone bei einem unserer GTÜ-Partner zur Oldtimerbegutachtung gemäß § 23 StVZO zur Erlangung einer H-Zulassung vorfährt.
Der Vergaser, von vielen als die Lunge der klassischen Automobile bezeichnet, begleitete die Automobilproduktion von etwa 1910 bis Anfang der 1980er Jahre als integraler Bestandteil der Motorentechnik. Der mit Abstand größte Hersteller und Lieferant in den Anfangsjahren des Automobils war die in Berlin ansässige Firma Pierburg, die 1931 als Deutsche Vergaser-Gesellschaft DVG umfirmiert und nach dem Krieg in Neuss weiterproduziert. 1978 firmierte die DVG erneut als Pierburg und gehört heute zur Rheinmetall Automotive.
Vor genau 8 Jahren erschien die von der Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA) verabschiedete „Charta von Turin“, die in 11 Artikeln Vorschläge und Zielsetzungen zur Erhaltung und fachgerechten Restaurierung von historischen Fahrzeugen veröffentlichte. Im Kern fordert die Charta zur Erhaltung der historischen Substanz unter Verwendung zeitgemäßer Materialien und Arbeitsprozesse auf, wenn es um die Erhaltung, Restaurierung oder Reparatur historischer Fahrzeuge geht. Die Diskussion war eröffnet und zeigte, dass der Begriff historische Substanz in der Szene sehr unterschiedlich verstanden wurde.
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