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Am 03. September 2021 jährte sich der Geburtstag des Ausnahmetalents Ernst Neumann-Neander zum 150. Mal. Den Fahrzeugenthusiasten ist der in Kassel geborene Ernst Neumann vor allem wegen seiner innovativen Entwicklungen im Motorradbau und den später entwickelten Fahrmaschinen ein Begriff. Neumann (der später noch den altgriechischen Namen Neander „der neue Mann“) an seinen Familiennamen anfügte, war aber mehr als nur ein begnadeter Fahrzeugentwickler. Er war Künstler, Grafiker, Kabarettist, Unternehmen, Entwickler, Rennfahrer und Ingenieur, der stets innovative Lösungen hervorbrachte, aber ständig von den Ereignissen der Zeit eingeholt und überrannt wurde. Neben seinen künstlerischen Ambitionen als Grafiker und Kabarettist – Neumann gehörte ab 1901 zum berüchtigten Münchner Ensemble „Die 11 Scharfrichter“, gründete er 1908 in Berlin eine Werbeagentur für „Moderne Reklame“ und war für namhafte Industrieunternehmen tätig. Schon in dieser Zeit erweiterte er sein Repertoire um den Bereich Karosseriedesign und schuf moderne Karosserieformen für das Karosseriewerk Papler, die Firma Kellner, Szawe und vor allem für die in Hessen ansässige Firma Kruck, die damals eng mit Opel zusammenarbeitetet. Der wirtschaftliche Niedergang nach dem 1. Weltkrieg setzt diesen vielversprechenden Entwürfen aber ein Ende.
Am 24. September 2021 wurde die Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße, besser unter dem Namen AVUS bekannt, 100 Jahre alt. Die heutige Autobahn A115 war einst das Vorzeigeobjekt des modernen Straßenbaus und bot 77 Jahre als AVUS Berlin den Zuschauern Motorsport-Veranstaltungen auf internationalem Niveau. Automobilmarken wie Mercedes-Benz, Bugatti, Ferrari und Porsche errangen auf der AVUS zahlreiche Siege. Die Rennen der Silberpfeile, die noch die steile Nordkurve der AVUS nutzen konnten, sind legendär. Ende der 1990er Jahre fiel dann der letzte Startschuss auf der AVUS. Heute ist nach einem Teilrückbau und Umbau die AVUS ein Teilstück der Autobahn A115 die direkt in den Berliner Grunewald führt. An die glorreichen Zeiten der AVUS erinnern heute nur noch Fragmente der Tribüne, der sogenannte Mercedes-Turm und die Sondermarke der Deutschen Bundespost zum 100jährigem Jubiläum der legendären Rennstrecke. Bereits 1999 war klar, dass die AVUS nur noch in der Erinnerung weiterleben wird, als der Spielzeughersteller Carrera eine seiner letzten Modelle des Berliner Rennparcours auflegte und dieser Spielzeugrennbahn den Namen AVUS gab. Die Avus Rennstrecken der Marke Carrera sind durch den bayerischen Spielzeughersteller der Blechspielwarenfabrik JNF (Josef Neuhierl Fürth) in Fürth auf den Markt gekommen und werden seit 1963 als spurgebundene Autorennbahnen angeboten.
Die ersten Weltreisenden mit einem Goggomobil waren Ilse und Eitel Lange. Sie starteten am 21. Juni 1956 mit ihrem Puck, einem Goggomobil T 300 zu ihrer 365 Tage dauernden Weltreise und kehrten wohlbehalten am 20. Juni 1957 nach Deutschland zurück. Kurz darauf brach das Ehepaar Marlotte und Peter Backhaus im November 1957 in Hamburg mit einem Goggomobil TS 300 Coupe auf, um fünf Jahre später, im Juni 1962, mit einem Glas Isar T 700 nach 200.000 Kilometern Weltreise heimzukehren. Die Reise des Ehepaars Backhaus hatte allerdings einen ungewöhnlichen Verlauf. Der erste Teil ging von Deutschland über Griechenland und die Türkei durch den Orient bis nach Thailand, Kambodscha und Vietnam und wurde mit dem Goggomobil Coupe TS 300 bewältigt. Das Fahrzeug gab in Vietnam den Geist auf und der Hersteller Glas stellte den damals gerne den neuen Fahrzeugtyp Isar T 700 werbewirksam zur Verfügung, da die dringend benötigten Ersatzteile nicht durch den Zoll gelassen wurden. Kurzerhand lieferte Glas also den damals fabrikneuen Isar T 700 unter der Bedingung, dass nur dieses Fahrzeug in den von Backhaus hergestellten Reiseberichten gezeigt werden darf. Prompt wurde die erste Strecke Hamburg-Vietnam mit dem neuen Fahrzeug nochmal in umgekehrter Reihenfolge bewältigt und im Film chronologisch verändert geschnitten. Insofern gibt es die Backhaus-Reise in zwei Versionen. Während auf dem im Christian Verlag erschienen Buch auf dem Buchtitel das Goggomobil Coupe TS 300 abgebildet wurde, war in der 1964 angelaufenen Kinofassung „Traumreise zu Dritt“ nur der Glas Isar T 700 zu sehen. Doch zunächst die Geschichten der Reihe nach.
Die Meinungen gehen gehörig auseinander. Einerseits ein klares „Nein“ zur Fahrt von weiten Strecken mit Oldtimern. Das Risiko sei zu hoch und das Material zu teuer. Und andererseits ein klares „Ja“. Das haben die Wagen schließlich auch früher geschafft und schaffen es auch heute. Auch Oldtimer sind zum Fahren da. Die Machbarkeit liegt irgendwo dazwischen.
Max Hoffman, US-Importeur und der Westcoast-Porsche-Händler Johnny von Neumann waren nach Kriegsende zwei Schwergewichte im amerikanischen Sportwagenmarkt, denen die Hersteller nicht so leicht eine Bitte abschlagen konnten. Im Grunde genommen waren die beiden aber Geburtshelfer für Sportwagen, die von den weniger mutigen Herstellern ansonsten nicht gebaut worden wären. Erinnert sei hier an den BMW 507 oder den Mercedes-Benz 300 SL, um nur einige Modelle zu nennen, die von Hoffman und von Neumann angeregt wurden. Kaum hatte Porsche Ende 1948 in Deutschland den Karosseriebauer Reutter mit der Produktion von 500 Karosserien beauftragt, die dann ab dem Frühjahr 1950 im Porsche Werk Stuttgart-Zuffenhausen in Produktion gingen, standen die Amerikaner auf der Matte und präsentierten ihre Idee eines sportlichen Wettbewerbswagen.
Am 17. Juli 2001 wurde der Solitude Revival e. V. mit Tobias Aichele und sieben Rennfahrerlegenden gegründet, mit dem Ziel, die Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Carrozzeria Ghia wird dieses Jahr 100 Jahre alt, gegründet 1921 von Giacinto Ghia in Turin. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, zu erzählen, wie es zum Karmann-Ghia kam und zeigen mit den Bildern nochmals auf, wie atemberaubend schön dieser auf einem Käfer basierende Cabriolet ist.
Renault 15 und Renault 17, kurz R15 und R17 genannt, betraten im Juli 1971 vor 50 Jahren gemeinsam die Bühne und galten als Antwort auf die zu diesem Zeitpunkt stark nachgefragten sportlichen Coupés á la Ford Capri oder Opel Manta. Selbst die Japaner sprangen ein Jahr zuvor auf diesen sportlich geprägten Zeitgeist auf. Toyota präsentierte sein Celica Coupé, das genauso wie seine europäischen Konkurrenten die amerikanischen Vorbilder wie Mustang und Camaro imitierte. Fast alle Coupés jener Zeit besaßen lange Frontmotorhauben und abgeschnittene Hecks. Anders die Franzosen. Unter der Federführung von Gaston Juchet entstanden damals im „Centre de Style“ von Renault die beiden Schwestern R15 und R17.
Man nehme 15 vollkommen identische Porsche 911 Carrera RSR Rennfahrzeuge und lackiere diese wie eine bunte Haribo-Mischung in 15 verschiedenen Farben. So geschehen 1973 im Porsche Werk Weissach. Anschließend liefere man das Porsche Rudel in die Vereinigten Staaten an einen gewissen Roger Penske aus, der damit das erste Rennen einer Veranstaltung bestreiten ließ, in denen die Besten der Besten gegeneinander antraten. Die IROC Rennserie, International Race of Champions, wurde 1973 vom Präsidenten des Riverside International Raceway, Les Richter und Roger Penske gegründet. Eigentümer aller 15 Porsche Carrera RSR Rennwagen war Roger Penske, die Fahrer kamen aus den bekanntesten Rennserien der Welt, die in der Rennsaison zuvor als Champion daraus hervorgingen. Aus der Formel 1 wurde Emerson Fittipaldi nominiert, der 1972/73 als F1 Sieger hervorging. Die weiteren Fahrer kamen alle aus den US-Rennserien American NASCAR, Indy 500, CAN-AM, Stock Car und mit Anthony Joseph Foyt trat auch ein Le Mans Gewinner an. Insgesamt standen 12 Fahrer auf den Starterlisten, die alle einen der nagelneuen Porsche 911 Carrera RSR IROC Rennwagen bekamen. Die Meisterfahrer aus Sportwagenrennen, Indy-Car-Rennsport, Formel 1 und NASCAR World Champion waren das Ereignis der US-Rennsaison 1974 und sorgten wie von Roger Penske beabsichtigt für Einschaltquoten und Werbeeinnahmen beim Fernsehsender ABC.
Zur Erinnerung: GTÜ-Classic stellt ihnen zukünftig in den News auch Fahrzeuge mit besonderer Geschichte vor. Den Anfang machte jener 914/6, mit dem die ONS (Oberste Nationale Sportkommission) -Staffel die Feuertaufe erlebte. Heute stellen wir einen besonderen BMW-Alpina 2800 CS vor und haben dafür auch wieder einen aktuellen Anlass. In diesem Jahr wird der legendäre BMW 3.0 CSL 50 Jahre alt – und die Geschichte der Leichtbau-Coupés ist in diesem BMW-Alpina begründet.
Pete Petersen, Herausgeber des amerikanischen Sportscar Graphic Magazins, berichtet 1960 in seiner Juni-Ausgabe der Motortrends über ein außergewöhnliches Sportcoupe, das von einem ehemaligen Piloten der US-Air-Force, dem damals 30-jährigen James Frank Kellison (Jim) entwickelt und später in Serie gebaut wurde. Ein Jahr zuvor war der Werbeleiter von Petersen Publishing mit einem Kellison J4 Coupe nach Bonneville gefahren und hatte dort den Geschwindigkeitsweltrekord für geschlossene Coupe-Fahrzeuge aufgestellt. Das auf der Titelseite der Sportscar Graphic abgebildete J4 Coupe mit der Nummer 905 war Jim Kellisons persönliches J4 Class „C“ Racing Coupe. Die 905 war die Hausnummer seiner Werkstatt in Folsom, Kalifornien, in der unter der Firmierung Kellison Car Manufacturing Co. von 1959 bis 1964 die J-Coupes in Serie hergestellt wurden.
Der Porsche 916 wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, ist aber eine der größten Raritäten der Marke Porsche, denn 1971/1972 wurden nur insgesamt 11 Exemplare hergestellt. Allesamt sind es Prototypen, die nach Abschluss des Projektes einen Stückpreis von 40.000 DM auf der Kostenrechnung hinterlassen. Ein großer roter Strich beendete das Kapitel des Sportwagens, den Porsche gegen den Dino von Ferrari ins Rennen schicken wollte. Eine Serienproduktion fand nie statt und die elf Prototypen wurden verkauft. Fünf davon blieben in der Familie Porsche und Piëch, für weitere wurden in Deutschland an treue Porsche Kunden verkauft und einer wurde in die USA exportiert. Wer einen bekam, ist unter Verschluss. Allerdings kamen zwei Porsche 916, die ursprünglich von der Familie Piëch genutzt wurden, in Auktionen unter den Hammer.
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