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Heute gehört es fast schon zum „guten Ton“ einer hochwertigen Oldtimer-Veranstaltung, dass der ein oder andere historische Transporter von Rennfahrzeugen im Fahrerlager zu finden ist – zumal diese historischen Zeitzeugen immer einen Blickfang darstellen. GTÜ Classic hat die Anfänge des Revivals dieser besonderen Fahrzeuggattung recherchiert.
Als der Oldenburger Kaufmann und DSK-Fairnesspreisträger Jörg Hatscher im Januar 2019 die Tourenwagen-Legenden (TWL) - www.tourenwagen-legenden.de - aus der Taufe hob, fußte diese auf dem im Jahr 2009 gegründeten Tourenwagen Revival (TWR), bei dem erstmals die legendären Rennfahrzeuge aus der damaligen DTM und ITC ihre Kräfte auf den Rennstrecken maßen. Die Gleichmäßigkeitsprüfung für Touren- und Sportwagen, das Tourenwagen Revival (TWR), wird nun gemeinsam mit der Rennserie Tourenwagen-Legenden (TWL) von Jörg Hatschers Team organisiert. Das Ziel damals wie heute: fairer Motorsport im familiären Umfeld mit Fahrzeugen der frühen DTM und ITC auf die Rennstrecke zu bringen. Zugelassen bei der TWL sind aber auch die schnellen und technisch anspruchsvollen Fahrzeuge der STW-Zeit (Super-Tourenwagen). Beim Revival können darüber hinaus auch nahezu alle anderen Rennfahrzeuge inkl. Sportwagen wie von Porsche, Ferrari und anderen eingesetzt werden. Der Slogan „Racing with friends“ wird in diesen Rennserien gelebt, die durch schlanke Organisation und professionelle Abwicklung nah am Motorsportler agieren.
Eigentlich sollte der Hanomag Partner der Produktionsneustart der Hanomag Personenwagen nach dem 2. Weltkrieg sein, aber der bei der Pressevorstellung optimistisch gewählte Slogan: „Hanomag baut wieder Personenwagen“ war schon nach kurzer Zeit wieder vergessen. Ein mutiges Konzept mit fortschrittlichem Design wanderte in die Schrottpresse, obwohl der zur IAA 1951 in Frankfurt a.M. vorgestellte Wagen seinen Mitbewerbern am Markt den Rang hätte streitig machen können. Der Hanomag Partner, von der Presse damals hochgelobt, blieb wegen produktions- und versorgungstechnischer Probleme ein unternehmerisches Sorgenkind, dessen rund 20 Prototypen noch im gleichen Jahr verschrottet wurden.
Die BBE Automotive GmbH in Köln präsentierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Verbänden ZDK, VDA und VDIK die neue Studie zum Markt der Classic Cars. Die Pressekonferenz wurde am 07. Dezember 2020 auch als Livestream aus der historischen Empfangshalle der Motorworld Köln-Rheinland übertragen. Präsentiert wurde unter anderen der aktuelle Bestand an Classic Cars auf Basis der Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und einer bundesweit angelegten Befragung von etwa 300 Werkstätten mit Classic-Engagement. Erstmals wurde zudem der Oldtimerbestand Deutschlands bezüglich des Wertes analysiert und in sieben trennscharfe Segmente gegliedert. Bei den Oldtimern ergibt sich in Summe etwa ein Bestand von einer Million Fahrzeuge, allerdings sind das lediglich etwa 1,8 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands in Deutschland. Davon wären rund 200.000 Fahrzeuge über 07er Kennzeichen oder in Museen und Sammlungen stehend gar nicht zugelassen.

Mythos Gepäckträger

Heute sieht man im Straßenverkehr vorwiegend Fahrräder auf Gepäckträgern – und im Winter Skiboxen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurde praktisch alles auf das Dach geschnallt, genau genommen auf offene Trägersysteme. Der Grund war, dass die Fahrzeuge deutlich kleiner waren, und es kaum Kombis und schon gar keine SUVs gab. Und: Die Familien waren zahlenmäßig größer. So haben wir noch abenteuerlich beladene Dachgepäckträger in Erinnerung, nur mit vier Klemm-Verschraubungen an den Dachkanten befestigt.
Das Jahr 2020 war für die Oldtimer-Szene nicht gerade üppig gesegnet mit Veranstaltungen und Messen. Umso dankbarer wurde die Sonderausstellung des ADAC-Nordrhein in der Motorworld Köln | Rheinland aufgenommen, die mit zahlreichen Exponaten aus der über 100jährigen Tradition des Automobilclubs aufwarteten. Anlässlich der Ausstellungseröffnung am 27. Oktober 2020 war dieser Termin eine willkommene Gelegenheit in Corona-Zeiten Gleichgesinnte zu begegnen und „altes Blech“ zu bewundern. Selbstverständlich unter Einhaltung der aktuellen Corona Schutzmaßnahmen präsentierte der ADAC Nordrhein e.V. sechs besondere Exponate aus der über 100-jährigen Clubgeschichte des größten ADAC-Regionalclubs, die über das Areal des ehemaligen Flughafens in den neuen Hallen der Motorworld Köln ausgestellt wurden.
Wir, das GTÜ-Classic-Team, blicken an einem dieser schönen Herbsttage zurück auf insgesamt acht Generationen der Jaguar XJ-Serie. Das Fotofahrzeug wurde entsprechend der besonderen Jahreszeit ausgewählt: Ein Jaguar XJ 6 4.2 L der zweiten Serie in Chestnut Brown.
Das Marktsegment der klassischen Fahrzeuge beginnt mit den sogenannten Oldtimern und Youngtimern, deren Alter bei rund 15-20 Jahren beginnt (Youngtimer) und mit 30 Jahren die Schwelle zum Oldtimer – im Idealfall mit Historischen Kennzeichen - überschreiten. Aktuell verfügbare Untersuchungen haben gezeigt, dass nicht nur das Durchschnittsalter der Kraftfahrzeuge permanent steigt und der Bestand an klassischen Fahrzeugen jährlich zunimmt. Diese Marktentwicklungen hat die GTÜ bereits vor Jahren lokalisiert und als größte amtlich anerkannte Überwachungsorganisation freiberuflich tätiger Kfz-Sachverständiger ein flächendeckendes Netz von Kfz-Sachverständigen mit spezifischen Oldtimerkenntnissen aufgebaut – die GTÜ Classic Partner.
GTÜ Classic geht einem neuen Trend im historischen Motorsport auf den Grund, der immer mehr Enthusiasten in den Bann zieht: Strandrennen. Die Königsklasse sind dabei die „Belly Tank Racer“. Bildlich gesprochen sind damit „Rennzigarren“ gemeint. Diese besondere Rennszene geht auf die Aktivitäten eines Automobilclubs in Carlsbad, Kalifornien zurück. Sie nennen sich „Oilers“ und gelten als der coolste Rennclub der Welt. Dieser wurde am 30. November 1947 gegründet und durch seine Hot Rod-Rennen am Strand schnell bekannt. Hot Rods sind in der Regel stark modifizierte US-Cars der 1920er bis 1940er Jahre mit leistungsgesteigerten V8-Triebwerken und erleichterten Karosserien. Diese Fahrzeuggattung geriet nie in Vergessenheit und hat bis heute eine große Fangemeinde. An die Strandrennen hingegen erinnerte sich kaum noch jemand. Bis zum Jahr 2012. Der Oiler Car Club überraschte mit einem Revival nach altem Vorbild, für Fahrzeuge bis 1949. Zugelassen wurden auch nur Teilnehmer, die sich stilgerecht kleideten. Gefahren wurden Sprintrennen über die 1/8 Meile. Dabei muss die Streckenführung ständig an die Ebbe- und-Flut-Gegebenheiten angepasst werden. Das kultige Event sorgte am Strand von Wildwood in New Jersey als „The Race of Gentleman“, kurz TROG, für weltweit große Aufmerksamkeit.
Der Schutz, der Erhalt und die Förderung historischer Fahrzeuge als herausragendes technisches Kulturgut ist das Ziel der vor einem Jahr gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Historische Fahrzeuge“, die von den Vertretern der maßgebenden deutschen Oldtimer-Verbände und Klassikressorts der Automobilclubs gemeinsam ins Leben gerufen wurde. Auf Einladung des Oldtimer-Weltverbandes FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens), trafen sich Vertreter der acht bedeutendsten Veteranen-Clubs, Oldtimer-Verbänden und des Verbands der Automobilindustrie (VDA), um die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden zu stärken und verbandsübergreifende Themen zu erörtern.
Matthias Kemmer und Marcel Schoch, die im Frühjahr 2020 den 1. Band ihrer Zusammenarbeit im Bereich Klassische Kraftfahrzeuge in Kooperation mit der GTÜ im Fachbuchverlag Vogel Communication Group vorgelegt haben, liefern jetzt den 2. Band mit einer erweiterten Autorenriege und in Kooperation mit dem Lackspezialisten Glasurit ab. Mit dem Untertitel „Werkstatt, Blechbearbeitung, Lackierung und Technik“ ist der zweite Band auf stolze 950 Seiten gewachsen und behandelt in detaillierten Einblicken in die technische Umsetzung des „Classic Business“ alle Themen der Restaurierung und Instandsetzung von Old- und Youngtimern.
Mit zuverlässiger Regelmäßigkeit veröffentlicht das Kraftfahrt-Bundesamt jährlich eine Auswertung der aktuellen Bestandszahlen der Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger mit Stand zum 1. Januar. Zusammengefasst ergeben die Veröffentlichungen folgendes Bild:

• Insgesamt 65,8 Millionen Kraftfahrzeuge und Kfz-Anhänger in Deutschland zugelassen
• 595.046 Kraftfahrzeuge und Kfz-Anhänger haben den Oldtimer-Status mit H-Kennzeichen
• Zuwachs der Fahrzeuge mit H-Kennzeichen im Jahre 2020 um 10,9 Prozent
• Motorrad-Bestand beträgt dabei rund ein Zehntel des Pkw-Bestandes
• Das Durchschnittsalter aller 65,8 Mio. Kraftfahrzeuge beträgt in 2020 rund 9,6 Jahre. Vor 10 Jahren betrug das Durchschnittsalter noch 8,1 Jahre
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