Vor 60 Jahren: Hanomag Partner – der letzte seiner Art

[ct-red] „Hanomag baut wieder Personenwagen“ hieß es optimistisch in einer Presseinformation der Hannoverschen Maschinenbau AG (Hanomag) und weiter: „der Hanomag-Personenwagen von 1951 ist genauso neu und revolutionierend in seiner Konstruktion, wie seine Urahnen.“ Und der stand er nun, der Hanomag „Partner“ auf der IAA 1951 in Frankfurt a.M.

Eigentlich stimmte alles an diesem Wagen. Er war mutig konzipiert, hatte ein fortschrittliches Design und das Zeug zum Traumwagen der 50er Jahre. Aber das Foto täuscht über die Realitäten hinweg. Das hier im Straßenverkehr abgebildete Hanomag Partner war einer von 11 Vorserien-Exemplaren die zur IAA hergestellt wurden und wenig später in der Versenkung verschwanden. Übriggeblieben ist nur ein Exemplar das heute im Karmann-Museum steht. Gewonnen hat das Rennen im deutschen Automobilmarkt beim Publikum eindeutig die technisch veraltete und zudem hässlichste Karosserieform der 50 Jahre – der VW Käfer. Billig und ein Dach über dem Kopf war die Devise der Deutschen. Der Hanomag Partner war weder das eine noch das andere, er war innovativ, sah gut aus, war aber für die meisten nicht erschwinglich. Der Hanomag Partner besaß Frontantrieb, wartete mit einer Breite von 1,70 Metern auf und hatte eine Karosserie, die von Karmann in Osnabrück entworfen und hergestellt wurde. Auffallend war, dass vorne drei Personen Platz nehmen konnten, während hinten zwei weitere Sitze für Kinder vorhanden waren. Die Gesamtlänge des Hanomag Partners war mit 4 Metern nur wenig kürzer als die eines Opel Olympia, nur der 3-Zylinder Zweitakt-Vergasermotor mit 28 PS Leistung und 697 ccm Hubraum passte nicht so recht zum ansonsten stattlichen Erscheinungsbild des „Partners fürs Leben.“ Die weiteren technischen Details waren allerdings auf der Höhe der Zeit. Einzelradaufhängung an wartungsfreier Gummi-Drehfederung, hydraulische Teleskop-Dämpfer und Öldruckbremse. Der Partner besaß des weiteren ein vollsynchronisiertes Dreigang-Getriebe mit Lenkradschaltung, eine Einzelradlenkung mit geteilter Spurstange sowie eine freitragende Ganzstahlkarosserie. Und im Detail hatte dieses Fahrzeug bereits technische Lösungen, die weder bei Mercedes, Opel oder Volkswagen vorhanden waren: die 12 Volt-Anlage. Hinzu kam ein von außen und innen zugänglicher Kofferraum und Schalter für Licht und Blinker, die an der Lenksäule angebracht waren und eine optische und akustische Anzeige am Armaturenbrett besaßen. Weitere Neuheiten waren die vorne und hinten vorhandenen Panoramascheiben und die damit verbundenen besseren Sichtverhältnisse. Das hatte seinen Preis. Der Hanomag Partner sollte, so die Messe-Unterlagen aus 1951, für 5.850 Mark angeboten werden. Ein Käfer Standard kam damals auf 4.500 Mark, dass flottere VW Käfer Exportmodell auf 5.100 Mark und eine weiterer Konkurrent in dieser Klasse, der Llyod 600, kostete gerademal um die 4.400 Mark. Nach der Vorstellung des Wagens auf der IAA 1951 in Frankfurt und parallel dazu in Berlin, kam dann sehr schnell das „Aus“ für den Partner. Offizielle waren es Probleme bei der Beschaffung von Karosserieblechen, die eine Produktion des Wagens als unrealisierbar erschienen ließen. Und in der Tat herrschte damals Rohstoffmangel. 11 Vorserienwagen (andere Quellen nennen 20 Vorserienwagen) wurden hergestellt, einer hat überlebt und alle anderen landeten in der Schrottpresse. Hanomag konzentrierte sich auf den Nutzfahrzeugbau, auf den sie sich mittlererweile spezialisiert hatten und sehr erfolgreich waren.

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