Umweltzone Leipzig und die Folgen für Youngtimer

[ct-red] In Leipzig sind rund 225.000 Fahrzeuge zugelassen. Nach Informationen des MDR Mitteldeutschen Rundfunks erhalten davon rund 19.000 Autos keine grüne Umweltplakette. Die in Leipzig neu eingerichtete Umweltzone sperrt damit rund 160 Wartburgs, 57 Barkas und 455 Trabis aus dem Stadtgebiet.

Nun werden auch diese letzten Relikte und Zeugnisse der ostdeutschen Automobilgeschichte aus dem Leipziger Stadtbild verschwinden. Wo die Grenzen verlaufen ist für manchen MDR-Zuschauer nicht nachvollziehbar, da es keinerlei Ausnahmegenehmigungen gibt. Grund sind die festgelegten Schadstoffgrenzen und Einträge in den Fahrzeugpapieren. So stellte der MDR einen Fall vor, bei dem eine 23jährige „Ente“ – Citroën 2CV – ebenfalls vor den Toren der Stadt bleiben muss, obwohl dieses Fahrzeug nach Aussagen seines Besitzers kaum 500 km im Jahr bewegt wird und mit seinem 600 ccm Motörchen weniger zur Umweltbelastung beiträgt als manch Neuwagen mit grüner Plakette. Die Ente ist nun mal leider nicht mit einem Katalysator nachrüstbar und teilt sich damit das Schicksal vieler Fahrzeuge, die ebenfalls in Leipzigs Stadtgebiet ab 1. März 2011 ausgesperrt bleiben. Seit März gilt in Leipzig die Umweltzone - die Zone umfasst praktisch das ganze Stadtgebiet. Als Benziner produziert die vom MDR vorgestellte Ente keinen Feinstaub, ebenso die Autos der rund 700 betroffenen Zweitakter-Fans, aber es fehlt der Katalysator. Für einige Modelle aus den 1980er-Jahren gibt es jedoch solche Umbausätze. So etwa für den Käfer oder den Renault 4 und 5. Der Markt ist in Bewegung. Doch abgesehen von den Kosten, die mehrere hundert Euro betragen, ist das Nachrüsten unter wahren Altauto-Freunden umstritten. Trabi-Fans beispielsweise würden nicht umrüsten, da ihr Auto dann kein Original mehr ist. Sie würden einfach noch ein paar Jahre warten, denn wenn der Trabi 30 Jahre alt ist, kann er ein Oldtimer mit H-Kennzeichen werden. Dann darf er auch in der Umweltzone fahren, und zwar ohne Rußfilter oder Katalysator. In Leipzig gibt es momentan rund 800 Oldtimer, also Fahrzeuge mit dem H-Kennzeichen; darüber hinaus sind 2.730 sogenannte Youngtimer unterwegs, die älter als 20 aber jünger als 30 Jahre sind. Welche Ausnahmen sie in ihrer Umweltzone erlauben, liegt in der Hand der Kommunen. München beispielsweise erteilt "selbstverständlich" für Anwohner deren Autos vor Einrichtung der Umweltzone auf sie zugelassen waren und aus technischen Gründen keine grüne Platte bekommen, Ausnahmegenehmigungen, und zwar auch für Trabis oder Enten. Es gibt Städte die erlauben 500 Kilometer pro Jahr in der Umweltzone, nachzuweisen mit einem Fahrtenbuch. Frankfurt am Main macht Ausnahmen für Oldtimerfähige Fahrzeuge ab einem Alter von 27 Jahren. Die Kulanz anderswo erstaunt, kommt aber nach Aussagen der Leipziger Behörden bei der gerade erst eingerichteten Umweltzone nicht in Frage. Bild nebenstehend aus dem MDR-Fernsehbeitrag, alle Rechte MDR. Den ganzen Beitrag lesen Sie unter dem weiterführenden Link.

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