Tolle Geschichten über Kleinwagen und Bergrennen

[ct-red] Die erste Veröffentlichung stellt einen Vorreiter des kostengünstigen „Volkswagens“ vor, dessen Ideen zwar gerne umgesetzt, aber dem die Anerkennung und die Patente versagt blieben. Die zweite Buch ist eine wahre Fundgrube über die ersten Nachkriegsrennen in Deutschland mit sehr seltenen Fotografien des Ruhestein-Bergrennens.

„Die wahre Geschichte des VW-Käfers“ von Paul Schilperoord erschien jetzt im Orel Füssli Verlag (Verlag Huber) und hat nur ein Thema: „Wie die Nazis Josef Ganz die VW-Patente stahlen. Ums vorweg zu nehmen: Josef Ganz gebührt sicherlich ein Ehrenplatz in der Ruhmeshalle der Automobilkonstrukteure und der Volkswagenkonzern hat ja tatsächlich unter seinem Vorstand Nordhoff eine lebenslange Ehrenbesoldung ausgesprochen, um Ganz Verdienste und wesentliche Beeinflussung der Konstruktionen des KdF-Wagens zu würdigen. Das Buch erzählt zum ersten Mal das wechselvolle Leben des Ingenieurs Josef Ganz, des Erfinders von mit einem Heckmotor angetriebenen Kleinwagen (gemeint ist hier der Maikäfer aus dem Jahre 1930/31). Die weiteren Entwicklungen hin zum „Volkswagen“ wurden ebenfalls bei Zündapp und Standard (später Gutbrod) durch Josef Ganz mitgetragen. Die längst überfällige Aufarbeitung der Lebensgeschichte und Biografie von Josef Ganz fördert aber auch ein unheimliches Kapitel deutscher Automobil- und Industriegeschichte zutage. Nach jahrelangen Recherchen in Archiven Deutschlands, der Schweiz, Australiens und Kanadas und nach Sichtung von Tausenden von Dokumenten, Mikrofilmen und Fotos zeichnet der Autor die Entstehungsgeschichte des VW-Käfers und das Leben seines Erfinders nach. Im Zentrum stehen ein genialer Ingenieur, Redaktor und Konstrukteur sowie der aussichtslose Kampf um seine Erfindung, die bei führenden deutschen Automobilherstellern zum Einsatz kamen und um deren Anerkennung der Konstrukteur ständig kämpfen musste. Die Buchangaben: Paul Schilperoord, Die wahre Geschichte des VW-Käfers. Wie die Nazis Josef Ganz die VW-Patente stahlen. 304 Seiten mit rund 400 Schwarzweißabbildungen, Festeinband. Verlag Huber (Frauenfeld, Schweiz) 2011, 22,90 Euro (ISBN 978-3-7193-1565-8). Im Internet: http://www.ofv.ch/ Das zweite hier vorgestellte Buch handelt vom spannenden Neubeginn des deutschen Motorsports und hat das Ruhestein-Bergrennen 1946 zum Gegenstand der Handlung. Dieser Bildband lässt in 120 brillanten und bislang unveröffentlichen Aufnahmen die Atmosphäre des Rennens greifbar werden. Die Textberichte mit Beiträgen von Frank Eberle, Hubert Huber, Roger Orlik und Martin Walter erläutern fundiert die aus heutiger Sicht unvorstellbaren Umstände und Voraussetzungen, unter denen im Nachkriegsdeutschland die ersten Rennen stattfanden. Im Zweiten Weltkrieg war der Motorsport in ganz Europa vollständig zum Erliegen gekommen. Nach dem Krieg herrschten überall chaotische Verhältnisse und Mangel an allen erdenklichen Gütern. Schon allein deswegen bedeutete das Bergrennen am Ruhestein im Schwarzwald eine echte Sensation von europaweiter Bedeutung - markiert es doch bereits am 21. Juli 1946 den Neubeginn des deutschen Motorsports und die erste Rennsport-Veranstaltung, bei der auch deutsche Motorrad- und Rennwagenfahrer wieder an den Start gehen durften. Die Buchangaben: Martin Walter, Roger Orlik; Ruhestein-Bergrennen 1946, Der Neubeginn des deutschen Motorsports, 230 Seiten, Abbildungen, Softcover, SP-Verlag, Albstadt, 19,90 EUR (ISBN: 978-3-9812106-0-6).

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