Sonderauswertung Branchenindex BIX bestätigt: Oldtimergeschäft bleibt wichtige Säule im Servicebereich

Die Ergebnisse der Sonderauswertung des Branchenindex (BIX) bestätigen den Trend: Das Geschäft mit Oldtimern und Youngtimern bleibt eine wichtige Säule im Kfz-Gewerbe.

Die Sonderauswertung, die von der Zeitschrift „kfz-betrieb“ und der „Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe“ in Zusammenarbeit mit „BBE Automotive“ am Markt erhoben wurde, bestätigt den Trend, das mit dem „alten Blech“ in der Breite gesehen die damit befaßten Betriebe weiterhin gute Geschäfte machen werden. Obwohl die Verkaufspreise von Young- und Oldtimern und offenbar die gesamte Nachfrage nicht mehr so rapide steigen wie den Jahren zuvor, dürfte der Zenit der Preisspirale zwar überschritten, aber die Nachfrage nach Serviceleistungen gleichgeblieben sein. Die breite Masse des Oldtimermarktes, so die Sonderauswertung, ist im Segment der Kundenfahrzeuge mit einem Fahrzeugwert von 20.000 bis 50.000 EURO von diesen Markt- und Preisschwankungen nicht betroffen.

Die Auswertung kommt zu dem Fazit, dass das Gros des Kfz-Gewerbes weiterhin eine positive Geschäftsentwicklung sieht. Es geht bei diesem Markt der Young- und Oldtimer aber weniger um den Verkauf der Fahrzeuge, als um die Restaurierung und Reparatur. Kein Wunder, dass die Antworten und Einschätzungen zwischen Autohäusern und Servicebetrieben stark variieren, denn gerade einmal acht Prozent der Fabrikats- und sieben Prozent der freien Betriebe handeln mit Young- und Oldtimern. Zwar sehen 17 Prozent der Markenbetriebe nach Auswertung aller Befragungen eine rückläufige Kundennachfrage im Young- und Oldtimerhandel im Jahre 2018, gleichzeitig sei das Geschäft bei der Hälfte der Befragten jedoch gestiegen. Die freien Betriebe würden diesen Rückgang überhaupt nicht spüren. Auf die Frage welche Serviceleistungen Autohäuser und Servicebetriebe für Young- und Oldtimer anbieten würden, führten die kleineren Servicearbeiten bei beiden Gruppen mit über 70% des Umsatzes, umfangreichere Servicearbeiten werden in den Servicebetrieben zu 66% geleistet, die Autohäuser werfen hier 54% in die Waagschale. Bei Teil- und Komplettrestaurierungen führen erneut die Servicebetriebe mit 37% der Angebotspalette, Autohäuser bieten dies zu 24% an. Spitzenreiter bei den Autohäusern sind hingegen Arbeiten im Bereich Fahrzeugpflege, über 55% verdienen damit ihr Geld, während Servicebetriebe hier nur einen Umsatzanteil von 38% ausweisen.

Unterm Strich geben die Autohäuser an, dass sich Kundennachfrage im vergangenen Jahr um 50% gesteigert hätte, 17% sehen hier rückläufige Zahlen und 33% sprechen von stagnierenden Zahlen. Anders die Servicebetriebe die eine Steigerung von 36% angeben, keine rückläufigen Nachfrage ausmachen aber 64% ein stagnierendes Geschäft feststellen würden. Andererseits ist die Feststellung, dass das Classic Business für die meisten im Kfz-Gewerbe nicht zum „Big Business“ zählt. Für die Hälfte der Autohäuser und gut ein Drittel der Servicebetriebe ist es deshalb bislang noch nicht das Top-Thema, aber 19 Prozent könnten sich angesichts der Marktveränderungen vorstellen „Kontakt mit dem alten Blech“ aufzunehmen. Die freien Betriebe sind da offener, denn bereits die Hälfte aller Betriebe arbeitet bereits im Segment der klassischen Fahrzeuge. Größte Motivation der Autohäuser und Servicebetriebe ist allerdings die eigene Leidenschaft der Betriebsinhaber oder verantwortlichen Werkstattleiter. Über 75% seien mit dem Virus „Classic Cars“ infiziert und würden Serviceleistungen für klassischen Fahrzeuge anbieten, denn schließlich macht man bekanntlich die Arbeiten besonders gut, wenn man sich mit der Arbeit identifizieren kann. Fazit: Berichte über rückläufige Geschäfte im Oldtimer- und Youngtimermarkt spiegeln sich in der Realität kaum wider. Laut dieser Sonderauswertung verzeichnen die aktiv tätigen einschlägigen Betriebe mehrheitlich eine stabile Geschäftsentwicklung. Nur das Hochpreissegment würde schwächeln und leidet unter den aktuellen Trends. Dazu zählt unter anderem auch jüngere Kundenkreise.