Sonderausstellung Presto im August Horch Museum

[ct-red] Noch bis Sommer 2012 ist die Sonderausstellung Presto noch im August Horch Museum in Zwickau zu sehen. Audi, DKW, Horch und Wanderer: Das sind die vier großen Marken aus Sachsen. Viele andere Firmennamen aus der Region sind dagegen längst verblichen – wie die Marke Presto aus Chemnitz.

Das Unternehmen Presto-Fahrradwerke Günther & Co. KG wurde 11 Jahre nach der Erfindung des Automobils in Tharandt von Kommerzienrat Georg Günther gegründet. Zu Beginn wurden allerdings ausschließlich Fahrräder hergestellt, ab 1901 Motorräder und sechs Jahre später unter dem Namen Presto-Delahaye Lizenzautomobile. Erst ab 1910 wurden eigene Vierzylinder-Fahrzeuge in Serie gefertigt. 1913 ging es dem Gründer Georg Günther ähnlich wie August Horch: er musste sein Unternehmen verlassen und baute gemeinsam mit Jörgen Skafte Rasmussen, dem DKW-Gründer, die Elite-Werke (Automobile) in Brand-Erbisdorf auf, die später Diamant (Fahrräder) in Chemnitz-Schönau übernahmen. Aus der breiten Produktionspalette stellt das August Horch Museum folgende Exponate aus der Sammlung von Prof. Dr. Mugler aus: Automobile: PKW Presto 9/25 PS, Baujahr 1913 - Offener Tourenwagen, PKW Presto 9/30 PS Typ D Baujahr, 1924 - Offener Tourenwagen mit Spitzkühler, LKW Presto 12/55 PS Typ G Baujahr, 1926 (ehemals eine Pullman-Limousine, etwa 1935 zum LKW umgebaut). Des weiteren ein funktionstüchtiges Schnittmodell eines Prestomotors 9/30 PS. Und sechs Presto Leichtmotorräder von 1923 bis 1938 der Marke Presto. Die Fahrradproduktion wird durch Renn- und Sporträder sowie einer Palett Damen- und Herrenräder repräsentiert. Die spannende Werkshistorie von 1897 bis 1950 wird auch auf Schautafeln ausführlich erläutert. Zusätzlich wurde zur Ausstellungseröffnung die erste tiefgründige Publikation zur Geschichte der Prestowerke mit dem Titel „Presto – eine vergessene Fahrzeugmarke aus Sachsen“ vorgestellt. Sie ist zum Preis von 9,00 Euro im Museumsladen erhältlich.

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