Sanierung von MZ endgültig gescheitert

[ct-red] Nach übereinstimmenden Berichten der Freien Presse und der Mitteldeutschen Zeitung ist am letzten Dienstag (30.04.2013) die erhoffte Sanierung nach dem Antrag auf Insolvenz im September 2012 endgültig gescheitert. Der derzeitige Insolvenzverwalter wird nach Beeendigung eines Auftrages für die Schweizer Post das Werk in Zschopau schließen.

Derzeit produzieren noch rund 20 Mitarbeiter die 35 bestellten Dienst-Elektrodreiräder für die Schweizer Post (siehe Bild), danach ist auch für diese Mitarbeiter Schluss. Lediglich das Ersatzteilgeschäft soll weiter betreut werden. Insolvenzverwalter und Inhaber erklärten übereinstimmend, dass es nicht gelungen sei entsprechende Partner zu finden, die die erforderlichen Mittel in das traditionsreiche Unternehmen investieren wollten. Anfang September 2012 mußte Inhaber Martin Wimmer aufgrund von Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Chemnitz stellen. Aber schon damals hatte sich die Eröffnung des Verfahrens wegen unvollständiger Unterlagen hingezogen. Das Traditionsunternehmen MZ stellte zu DDR-Zeiten jährlich bis zu 85.000 Maschinen her, die in 100 Länder geliefert wurden. Damit gehörte der Betrieb zu den großen Motorradherstellern der Welt. Nach der Wende folgten fehlgeschlagene Privatisierungen, der Einstieg des malaysischen Mischkonzern Hong Leon und letztendlich die Übernahme des maroden Betriebes durch den ehemaligen Rennfahrer Martin Wimmer und weiteren Anteilseignern im Jahr 2009. Nach rund 90 Jahren Motorrad-Herstellung - von 1922 bis 1945 fertigte an diesem Standort Jörgen Skafte Rasmussen seine DKW-Motorräder - wird das Werk nach Auslieferung der schweizerischen Post-Elektroroller seine Tore für immer schließen.

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