Ruhezeiten schonen den Geldbeutel

[GTÜ] Das in Deutschland eingeführte Saisonkennzeichen ist vor allem für saisonal genutzte Kraftfahrzeuge wie Cabriolets, Liebhaber-Fahrzeuge, Old- und Youngtimer sowie Wohnmobile geeignet. Der Fahrzeughalter kann damit viel Geld und Zeit sparen, muss aber einige Regeln beachten.

Saisonkennzeichen sind leicht an der Angabe des ersten und des letzten Monat, dem sogenanten Gültigkeitszeitraum, zu erkennen. Die übereinander stehenden Monatsangaben sind durch einen waagerechten Strich getrennt und stehen rechts außen auf dem Kfz-Kennzeichen. Der zwischen zwei bis elf Monate lange Zulassungszeitraum ist dabei frei wählbar. Die Monatsangaben Anfang und Ende sind immer volle Kalendermonate. Steht also auf dem Kennzeichen über dem Trennstrich 04 und darunter 10 (siehe unsere Abbildung), ist das Fahrzeug vom 1. April bis zum 31. Oktober zugelassen. Will man den Saisonzeitraum ändern, muss sich der Halter ein neues Kennzeichen samt Versicherungsbestätigung besorgen. Von dem 1995 in Deutschland eingeführten Saisonkennzeichen profitieren vor allem saisonal genutzte Kraftfahrzeuge. Der Vorteil liegt neben den Beitragsvorteilen vor allem darin, das eine An- und Abmeldeprozedur nach der ersten Anmeldung entfällt. Saisonkennzeichen verringern die anfallende Kfz-Steuer und die Versicherungsprämie, um jene Beitragsmonate in denen das Fahrzeug nicht genutzt wird (Ruhezeit). Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Fahrzeug auch in der Ruhezeit versichert ist. Zumindest werden Schäden ersetzt, wenn zum Beispiel das ordnungsgemäß abgestellte Fahrzeug gestohlen oder durch Dritte beschädigt wird. Hierzu muss allerdings eine entsprechende Kaskoversicherung abgeschlossen werden. In den Ruhezeiten ist aber unbedingt auf folgendes zu achten: Außerhalb des angemeldeten Zeitraums dürfen die Fahrzeuge weder gefahren (auch keine Probe-/Überführungs- oder Werkstattfahrt) noch auf öffentlichen Straßen und Parkplätzen abgestellt werden. Der Versicherungsschutz gilt nur für private Garagen oder private, umfriedete Stellplätze. Das Cabrio darf im Winter also nur auf dem eigenen Grundstück parken, nicht aber auf dem Gemeinschaftsparkplatz für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses. Wer außerhalb des Saisonzeitrahmens fährt, verstößt gegen das Pflichtversicherungsgesetz und riskiert damit eine empfindlich Bußgeld in Verbindung mit Punkteeintrag in Flensburg. Außerdem kann bei besonders schweren Verstößen eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr drohen. Schwerwiegend können auch die Folgen bei einem selbstverschuldeten Unfall sein. Zahlt die Versicherung bei Verstößen gegen die Ruhezeitauflagen nicht, haftet der Halter mit seinem Vermögen. Beim Saisonkennzeichen gelten zudem die Regeln der klassischen Autoversicherung: Wer regelmäßig Tarife vergleicht und teure Policen kündigt, kann viel Geld sparen. Bei Saisonkennzeichen ist in der Regel die taggenaue Beitragsberechnung vorteilhafter als ein sogenannter Kurztarif, bei dem Saisonfahrer oft pauschal mit höheren Verwaltungsgebühren belastet werden. Ein Tarif-Check sollte also unbedingt durchgeführt werden. Weitere Tipps und Hilfestellungen geben Ihnen alle Sachverständigen der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung in Ihrer Region. Informationen, Checklisten und Info-Broschüren finden Sie auch unter unserem weiterführenden Link.

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