„Reisehelden“ im NSU-Museum Neckarsulm

[ct-red] Das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm präsentiert noch bis 31.01.2016 die originalen und authentischen Reisefahrzeuge mutiger Biker von 1904 bis in die heutige Zeit. Eine bemerkenswerte Ausstellung mit bemerkenswerten „Reisehelden“, die Geschichten erzählen.

Individualität wohin man schaut: so wie die Fahrer, zeigen sich auch die Fahrzeuge als Einzelstücke mit Patina als ehrliche „Reise- und Arbeitskameraden“ – keines davon als chromglänzende Asphalt-Diva. Die ausgestellten Motorräder sind sozusagen REISEHELDEN mit ihren Narben, Dallen und Aufklebern, die Geschichten erzählen. Schon 1884 wagte der Anglo-Amerikaner Thomas Stevens eine Fahrt um die Welt – mit einem Hochrad. 20.000 Meilen legte er auf seinem „Columbia“ zurück. Diesem Wagemut auf zwei Rädern folgten weitere Männer und auch Frauen, deren Fahrzeuge in der Sonderausstellung Geschichten rund um die mutigen Reisen erzählen. Für die frühen Jahre steht eine Puch von 1904, mit der Hans August Reisch eine Reise über die Alpen als Mittelmeer wagte. Ebenso präsentiert wird die legendäre 1933er-Puch in voller Ausrüstung seines Sohnes Max Reisch, einem der berühmtesten Reisepioniere, dessen Buch „Indien – lockende Ferne“ zu einem Bestseller wurde. Sensationell sind auch zwei D-Rad-Gespanne aus den 1920er Jahren, mit denen 1998 die Memorialfahrt einer Berlin-Kairo-Reise auf den Spuren des Leipziger Rennfahrers Alfred Gäbelmann 1927 gemacht wurde. Spannend ist die Reise von zwei DDR-Bürgern mit Simson-Mokicks, die in den 1960er Jahren mit staatlichem Wohlwollen kreuz und quer durch Asien reisten. Neben weitgereisten Fahrrädern mit Hilfsmotoren zeigt das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum auch die Yamaha XT 500 des Globetrotters Bernd Tesch, ebenso die BMW R 100 GS von Doris Wiedemann, die als allein reisende Frau viele Rekorde gebrochen hat.

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