Ost-Reifenmarke Pneumant wird eingestellt

[ct-red] Sie war die Vorzeigemarke der DDR und auf fast allen ostdeutschen Fahrzeugen vertreten. Wartburg, Trabant und IFA rollten auf Pneumant und selbst nach der Wende stellte sich das Unternehmen dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb. Jetzt haben die Besitzer der Marke, die Reifenhersteller Goodyear Dunlop die Einstellung der Marke bekanntgegben.

Damit tritt ein Klassiker der DDR-Industriegeschichte ab: Fahrzeugreifen der Marke Pneumant gab es seit 1959, doch die Reifenproduktion im Stammwerk Fürstenwalde läuft bereits seit 1906. In der DDR war Pneumant Monopolist. Nach der Wende übernahm zuerst Sumitomo (Dunlop) und schließlich 1999 Goodyear Dunlop das Ruder bei Pneumant und baute die Fertigungsstandorte Riesa und Fürstenwalde zu modernen, weltweit konkurrenzfähigen Reifenfabriken aus. Das Ende von Pneumant wirke sich deshalb nicht auf die Produktionsstandorte von Goodyear Dunlop in Deutschland aus, heißt es in einer Mitteilung. Sowohl in Riesa als auch in Fürstenwalde werden heute vornehmlich die Premiumprodukte des Konzerns hergestellt. Neustart nach der Wende Nach der Wende musste sich das Unternehmen dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb stellen. Aufgrund zu hoher Produktionskosten, eines veralteten Maschinenparks, fehlender Vertriebsnetze und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit wurden fast alle Betriebe des Reifenkombinats stillgelegt, liquidiert oder umgewandelt. Auch die Kapitalgesellschaft Pneumant Reifenwerke Fürstenwalde AG wurde aufgelöst. Zuvor jedoch wurden die Kernbereiche Fürstenwalde und Riesa ausgegründet und in die Pneumant Reifen & Gummiwerke GmbH (seit 1993) eingebracht. Man konzentrierte sich in diesem Unternehmen auf die Reifenproduktion. Die Pneumant Reifen GmbH (unter diesem Namen war das Unternehmen seit 1997 tätig) schrieb erstmals 1998 schwarze Zahlen und wird als „Erfolgsgeschichte Ost“ gehandelt. Zahlreiche Auszeichnungen belegen diese Entwicklung. Jetzt heißt es schnell sein und sich die letzten „original“ Pneumant-Reifen für den historischen Wartburg oder Trabant in die Garage stellen.

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