Neues aus Berlin vom AK „Automobiles Kulturgut“

[ct-red] Gegründet im Jahre 2009 traf sich der von Politiker/innen aller Parteien gegründete Parlamentarische Arbeitskreis „Automobiles Kulturgut“ am 23. Februar 2011 in Berlin. Tagungsort diesmal: das Deutsche Technikmuseum. Themen: Wechselkennzeichen, Bio-Sprit E10 und Änderungen im Bereich H-Zulassungen.

Nichts Neues gab es zum Wechselkennzeichen. Noch immer sträubt sich das Finanzministerium, nur das hubraumstärkste Fahrzeug zu besteuern. Vor Herbst wird sich da nichts tun, berichtete Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer. Schließlich hätte das Bundesverkehrsministerium die Vorlage konzeptionell fertig, das Umweltministerium sein OK dazu gegeben, aber das Finanzministerium wehre sich gegen die angeblich zu erwartenden Mindereinnahmen. Verschiedene Finanzierungskonzepte sollen jetzt geprüft werden, doch spruchreif ist leider noch nichts. Weiter seien hier die Versicherer, denn die OCC biete beispielsweise bereits seit vier Jahren die Sammlungsversicherungen für drei Liebhaberfahrzeuge an. Kontrovers diskutiert wurde das Thema Biokraftstoff E10. Hier referierte Dirk Köhler von der Total Deutschland GmbH über die besonderen Auswirkungen des E10 Sprits für Oldtimer. Eine eindeutige Aussage, ob und welche Gefahren E 10 für historische Technik vorliege kam von den Mitgliedern des Arbeitskreises. Die einhellige Aussage: für Youngtimer und Oldtimer ungeeignet. Tank, Leitungen und Vergaser können beschädigt oder sogar zerstört werden, Kraftstofffilter haben mit massiven Ablagerungen zu kämpfen. Für Oldtimer-Besitzer interessant war die Aussage, dass Super Plus ein E5-Kraftstoff ist, was das Verschwinden und Angleichen des Preises von Super E5 erklärt. Die Mineralölgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, bis 2013 einen E5-Kraftstoff als Bestandsschutz anzubieten. Offenbar haben sich die Mineralölgesellschaften weitgehend auf das 98-oktanige Super Plus geeinigt. Entsprechend forderte der Kreis, E5-Treibstoff dringend auch über 2013 hinaus anzubieten und gesetzlich festzuschreiben. Der Technische Leiter der GTÜ, Rainer Süßbier, berichtete von den Änderungen durch die neue Oldtimer-Richtlinie, die voraussichtlich bis April dieses Jahres umgesetzt werden soll. Grundsätzlich werde die neue Richtlinie der Oldtimerszene entgegenkommen, da die Bestimmungen generell bundesweit vereinheitlicht werden. Änderungen sind beispielsweise im Bereich Erstzulassungs-/ Produktionsdatum geplant, dabei werden auch zeitgenössische Umbauten mit einbezogen. Zudem werden die Kriterien „historisch Erhaltenswert“ in einer neuen vereinheitlichten Definition gefasst. Süßbiers Fazit: Die Vorteile der neuen Richtlinie zum §23 StVZO (H-Zulassung) überwiegen. Das Verfahren werde insgesamt bürgerfreundlicher und transparenter, die Definitionen kennen klare Abgrenzungen gegenüber ver- und gebrauchten Fahrzeugen und es werden keine Abstriche bei Fahrzeugalter und Originalität geben.

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