MZ Motorenwerke Zschopau: Insolvenz beantragt

[ct-red] Die von der Hong Leong Industries übernommenen MZ Werke wurden ab März 2009 durch die ehemaligen Motorrad-Rennfahrer Martin Wimmer und Ralf Waldmann unter dem Namen Motorenwerke Zschopau GmbH weitergeführt und mit einer überarbeiteten Produktpalette neu am Markt positioniert.

Der anfängliche Erfolg des Duos mündete 2010 sogar in einem MZ Rennsportteam für die Moto2 Klasse, das im März 2010 die Rennerlaubnis erhielt und kurz darauf ein Enduro-Team nachschob. Der traditionsreiche Motorradhersteller MZ aus Zschopau hat am vergangenen Freitag Insolvenz beantragt. Ein entsprechender Sanierungsplan sei bereits eingereicht. Als Grund für den Insolvenzantrag gibt Geschaftsführer Martin Wimmer ein kurzfristig geplatztes Darlehen an. Der Erhalt der aktuell 49 Arbeitsplätze habe momentan höchste Priorität, daher soll die Produktion vorerst auch weiterlaufen. Ab 1922 wurden in der von Jörgen Skafte Rasmussen gegründeten Fabrik in Zschopau die ersten DKW Motorräder, das „Reichsfahrtmodell“ mit 148 ccm Hubraum und 2,25 PS Leistung gebaut. Schnell avancierte DKW zum größten Motorradhersteller der Welt. 1928 wurde DKW zur größten Motorradfabrik der Welt. Die Tagesproduktion betrug bis zu 300 Motorräder und 350 Motoren. Der Jahresumsatz lag bei 43.316 Motorrädern. Das Werk hatte 2.357 Beschäftigte. Nach dem Krieg verließen jährlich rund 80.000 MZ-Motorräder zwischen 125 und 250 Kubikzentimetern Hubraum die Werkshallen in Zschopau. 1990 wurde das Werk von der „Treuhand“ privatisiert. Aus dem VEB Motorradwerk Zschopau wurde die MZ GmbH. Die Produktion brach ein und zog Entlassungen vieler Beschäftigter nach sich. Die MZ GmbH hatte 1991 durch den Zusammenschluss beider deutschen Staaten und die damit verbundenen Umstellungen bzw. Wegfälle der Märkte bereits Liquiditätsprobleme. Am 18.12. war der Konkurs nicht mehr aufzuhalten. 1992 wurde die „Motorrad- und Zweiradwerk GmbH“, kurz MuZ, unter Petr-Karel Korous gegründet. Nach dem Konkurs im Jahre 1995 übernahm der malayische Konzern Hong Leong Industries das Werk, stellte aber 2008 die Produktion ein und schloss das Werk Ende 2008. 2009 übernahmen Martin Wimmer und Ralf Waldmann das Unternehmen.

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