Marktveränderung durch Generationswechsel

[GTÜ] Sammler von klassischen Automobilen haben in den wenigsten Fällen ihren Nachlass geregelt und werden aus diesem Grunde nach Ansicht des Automobilexperten Johannes Hübner (Autoconsult in Friedberg) in den kommenden Jahren für massive Nachlassprobleme im Segment der klassischen Automobile sorgen.

Hübner befürchtet, dass es in den nächsten zehn Jahren zu massiven Marktveränderungen kommen wird, weil jetzt die Generation der ersten Sammler (meist hochbetagt) abtritt und ihren Nachlass nur bedingt geregelt hat. Wer 1988 mit 40 Jahren einen Klassiker gekauft hat, ist heute 70 Jahre alt, die meisten Käufer aber waren damals schon um die 50 – die Generation der 70- bis 80-Jährigen prägt die Klassikszene und auch das Clubleben. Nur wenige Oldtimerbesitzer haben ihre Fahrzeuge so dokumentiert, dass ihre Geschichte und die Reihe der Vorbesitzer ebenso dokumentiert ist, wie die Nutzung und der Service über die Jahre und zu den meisten Fahrzeugen gibt es keine qualifizierten und aktuellen Gutachten. Sobald sich der bisherige Nutzer gesundheitsbedingt etwas weniger um seine Oldies kümmert, ist die Chance auf eine qualifizierte Bewertung gering – die wertvolle Sammlung wird zu Zufallspreisen angeboten. Hinzu kommt, dass die möglichen Erben den kommenden Erblasser in den seltensten Fällen auf seine Preziosen ansprechen, weil sie den Senioren nicht den Eindruck vermitteln möchten, die Klassiker schon zu Lebzeiten übernehmen zu wollen. Dabei ist genau dies der einzige Weg, mit dem oft sehr wertvollen Erbe sachgerecht umzugehen. Oldtimer sollten rechtzeitig weitergegeben werden Wie bei Immobilien und anderem Vermögen auch, sollten die Eigentümer frühzeitig qualifizierte Gutachten anfertigen lassen, die eine Bewertung der Objekte möglich machen. Zu jedem Fahrzeug und auch zu Sammlungen von Automobilia sollte eine separate Dokumentation gehören, die ihren Platz im Safe bei den übrigen Vermögensunterlagen hat. In dieser Einzeldokumentation sind alle Daten zum jeweiligen Objekt samt Papieren, Fahrgestellnummern, Vorbesitzerfolge, Fotos und Gutachten zusammenzufassen. Auch dafür gibt es geeignete Beratungsunternehmen, die sich um die zweifelsfreie Dokumentation kümmern. Sodann sollte die Weitergabe wichtiger Güter mit Familie und Angehörigen besprochen werden. Dabei kommen Verkauf, Weitergabe unter Wertanrechnung und auch Schenkung in Betracht – Regelungen, die bei fachgerechter Durchführung keine nachteiligen Auswirkungen auf das sonstige mögliche Erbe haben. Eine beratende Begleitung durch Anwalt und Steuerberater ist dabei empfehlenswert. Weitere Empfehlungen hat der Automobilexperte anläßlich der beiden Oldtimer-Leitmessen Techno Classica in Essen und Retro Classic Stuttgart gemeinsam mit der GTÜ Presseabteilung veröffentlicht, die unter dem weiterführenden Link vollständig veröffentlicht sind.

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