Königsklasse der Rennwagen vor 100 Jahren

[ct-red] „Aller Anfang ist schwer“ – so könnte man im wahrsten Sinne des Wortes die Rennszene vor rund einem Jahrhundert beschreiben. Die Urväter von Schumacher und Vettel hielten sich in der Königsklasse nur an eine strikte Regel, um bei Rennen die Nase vorn zu haben: Hubraum ist nur durch mehr Hubraum zu ersetzen!

So erschuf man wahre Hubraumgiganten mit monströsen, zum Teil aus Flugzeugen stammenden Motoren. Ein Beispiel der Superlative ist hier das im Jahre 1910 gebaute, legendäre Fahrzeug FIAT S76, charmant auch „Biest von Turin“ genannt. Mit 28 Litern unter der Haube stellte der Rennwagen einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Fahrzeuge der Marke „American La France“, seit über 100 Jahren ein bekannter Hersteller von Löschfahrzeugen, wurden in den 1910er Jahren aufgrund ihrer kraftvollen Vier- oder Sechszylindermotoren ebenfalls gerne zu so genannten „Raceabouts“ für Autorennen umgebaut. Alle drehmomentstarken Rennfahrzeuge aus dieser Zeit hatten - obwohl die Kardanwelle bereits erfunden war – einen Kettenantrieb. Der Kardanantrieb hielt den dort vorherrschenden Kräften nicht stand, sodass man sich auf das „Simplex System“, also den Kettenantrieb, zurück besann. Highlight der Sonderausstellung „Historische Hubraumgiganten“ im Museum AUTOVISION sind gleich zwei Speedster der Marke American La France, kurz „ALF“ genannt. Dabei handelt es sich um die 4-Zylinder Version aus dem Jahre 1915 mit 9,5 Litern Hubraum sowie 6-Zylinder Version, Baujahr 1917 mit kraftvollen 14,5 Litern Hubraum (siehe Bild nebenstehend). Um sich ein noch genaueres Bild von dem 6-Zylinder Motor des ALFs machen zu können, zeigt die Ausstellung ein weiteres Exemplar - sozusagen ohne die automobile Hülle. So können Details angeschaut werden, die sonst unter der Haube versteckt sind. Sogar das Motorgeräusch kann vom Besucher per Knopfdruck vom digitalen Medium abgerufen werden. Historische Bild- und Filmdokumenten aus der Anfangszeit hubraumstarker Rennauto-Pioniere begleiten die Sonderausstellung der Museumsstiftung. Die Adresse: Stiftung Museum AUTOVISION – die Technologie-Arena, Hauptstrasse 154, D-68804 Altlussheim.

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