Karmann Sonderschau zeigt seltene Exponate

[GTÜ] Die Bremen Classic Motorshow wird in Bremen einen unbekannten Schatz heben: die Sonderschau der Karmann-Kollektion, die teilweise zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt wird. Die GTÜ ist in Bremen mit Ihren Oldtimer-Experten dabei: Halle 5, Stand F32.

Nahezu unbekannt ist, dass die 2009 in Konkurs geratenen Karmann Karosseriewerke Deutschlands wichtigste markenunabhängige Ideenschmiede für Fahrzeugaufbauten von morgen war. Karmanns Kreativität musste sich selbst vor den großen Feinblech-Couturiers à la Pininfarina oder Bertone nicht verstecken. Vor allem vermied Karmann jahrzehntelang, das Familiensilber der raren und einzigartigen Schöpfungen unters Volk zu streuen. Weshalb die Sammlung des ehemaligen Familienunternehmens, das 2010 größtenteils von Volkswagen übernommen wurde, noch heute erhalten ist – und mit ihren zahlreichen Unikaten zu den spektakulärsten automobilen Schatzkammern weltweit gehört. Die Bremen Classic Motorshow, traditionell die Eröffnungsveranstaltung jeder neuen Oldtimersaison, gewährt nicht nur einen tiefen Einblick in diese Schatzkammer. Zusätzlich zu den Exponaten der Karmann-Kollektion, die teilweise noch nie öffentlich zu bestaunen waren, präsentiert die Sonderschau weitere seltene Automobile aus der Osnabrücker Manufaktur. Deren Geschichte reicht 115 Jahre zurück – bis ins Jahr 1901, in dem Wilhelm Karmann einen Kutschen- und Wagenbaubetrieb übernommen hatte. Bereits Mitte der 1930er Jahre gehörten viele Automarken zu Karmanns Klientel, etwa die Adler-Werke in Frankfurt am Main. Spitzenmodell war ab 1936 der stattliche Adler Diplomat, dessen wunderschöne Cabriolet-Version von Karmann karossiert wurde. Ehrensache, dass die Sonderschau mit diesem faszinierenden Luxusfahrzeug aufwartet. Ein paar Klassen bescheidener, aber umso entzückender ist der 1939er Ford Eifel Roadster mit Karmann-Aufbau, der Anfang Februar in Bremen vorfährt. Die Nachkriegsjahre läutet eine echter Mythos ein: der hochmodern gestaltete Hanomag Partner, mit dem der Nutzfahrzeughersteller 1951 in den Personenwagenbau zurückzukehren plante. Das Vorhaben wurde verworfen, alle 20 bei Karmann gefertigten Prototypen verschrottet - hieß es jahrzehntelang. Tatsächlich entkam ein einziger Vertreter der Schrottpresse – und ist in Bremen als einzigartiges Original erlebbar. Daneben sorgen ein paar Exponate für Überraschungsmomente ganz anderer Art; Der „Pik As“ (siehe Foto), die 1973 gestaltete Vision eines rassigen Audi-Sportcoupés, bildet schließlich das chronologische Fina- le des Feuerwerks. Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Februar 2017, in allen Hallen der Messe Bremen sowie der mobilen Halle 8. Die Hallen sind von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 16 Euro.

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