Herkomer-Konkurrenz 2016 startet in Landsberg

[ct-red] Vom 07. bis 10. Juli 2016 sind in der weiteren Umgebung Landsbergs wieder jene Urväter des Automobilbaus zu bewundern, die alle zwei Jahre anlässlich der Herkomer-Konkurrenz ihr Stelldichein geben. Schon das Eintreffen der Teilnehmer am Donnerstag, 07. Juli nachmittags zu Füßen des Herkomers Mutterturm in Landsberg wird zelebriert.

Die Besitzer von Fahrzeugen vor dem Baujahr 1930 treffen sich ja nicht allzu oft und die sonst üblichen Fahrzeuge auf Ausfahrten wie Ferrari, Jaguar oder Porsche sucht man hier vergebens, denn die Bräuche der Herkomer-Konkurrenz sind streng – die Sportwagen zu jung und von daher nicht zugelassen. Die beiden Strecken befinden sich hauptsächlich in den Landkreisen rund um Landsberg. Der Namensgeber der „Konkurrenz“ - Hubert von Herkomer - war einer jener Malerfürsten um die Jahrhundertwende, zu denen unter anderem Künstler wie Lenbach, Keller, Piloti, Stuck und Kaulbach zählen. Sichtbar sind seine Hinterlassenschaften z.B. in den beiden Museen Landsbergs, im Historischen Rathaus und dem Mutterturm, schließlich in einem eigenen Museum seines Hauptwohnsitzes Bushey / England nördlich von London. Seine Bilder sind weltweit verbreitet. Am Mutterturm selbst ist eine Tafel eines der ältesten Automobilclubs Deutschlands angebracht, auf der zu lesen steht: Hubert von Herkomer, dem Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland zum Gedenken. Allgem. Schnauferl Club e.V. Landesgruppe Südbayern. Gleich nebenan, am Parkplatz des Mutterturms steht gar ein Denkmal des Deutschen Automobil Veteranen Clubs (DAVC). Eine weitere Gedenktafel befindet sich an Herkomers Geburtshaus in Waal. Herkomer war bereits 1899 Mitglied des Bayerischen Automobilclubs und mit dem damaligen Präsidenten, dem Sprachforscher Prof. Pöhlmann befreundet. Das Clubmitglied Herkomer bat den Herrn Präsidenten zu einer vertraulichen Besprechung in Landsbergs Mutterturm und eröffnete ihm seine Idee der „Herkomer Konkurrenz“. Drei Mal sollte die Fahrt ausgerichtet werden, da aber durch den Sieg Jenatzys in Irland das Gordon Bennett-Rennen 1904 nach Deutschland kam, wartete man noch ein Jahr, was den Vorbereitungen sicher gut getan hat. Die internationale Sporthoheit hatte der DAC (Deutscher Automobil Club, 1905 umbenannt in KAC = Kaiserlicher Automobilclub. Ein präzises Reglement wurde ausgearbeitet. Es wurden nur viersitzige Tourenwagen mit Kotflügeln, Beleuchtung (mindestens 3, davon eine nach hinten), Regenschutz, Raum für Gepäck und Werkzeug sowie ein Rückwärtsgang zugelassen. Außerdem wurde jedem Wagen ein Kontrolleur beigegeben der peinlich genau jeden Verstoß notierte. Es war die erste Tourenwagen-Rallye der Welt und bereits zur ersten Auflage 1905 meldeten sich 150 Teilnehmer. Die erste Herkomer-Konkurrenz fand vom 11.-17. August 1905 statt und führte über 937,1 km von München quer durch Süddeutschland zurück nach München. Die zweite Veranstaltung 1906 ging bereits über 1.647 km von München durch Österreich und zurück nach München. 1907 schließlich legte die Herkomer-Konkurrenz bereits 1.818,7 km von Dresden durch Süddeutschland mit Ziel Frankfurt. Gesamtsieger der Trilogie 1905-1907 wurde Edgar Ladenburg auf Benz. Die moderne Version findet seit 1997 im Zweijahresrhytmus statt. Lediglich 2006 wurde eine weitere Rallye eingeschoben, um die drei Hundertjahre-Jubiläen feiern zu können.

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