Fuller, Stromlinie und Dymaxion

[GTÜ] Ein vollständiger biografischer Überblick über die Arbeit von Richard Buckminster Fuller (1895-1983), vom bahnbrechenden “Dymaxion House” bis zu seinen berühmten geodätischen Kuppeln gibt das Museum Marta in Herford. Darunter auch der Stromlinien Car Dymxion.

Die Ausstellung wurde zusammengestellt von den Architekten Norman Foster und Luis Fernández-Galiano, Professor an der Universidad Politécnica in Madrid. In zehn Kapiteln markiert die Präsentation die Schlüsselmomente in Buckminster Fullers Laufbahn und bezieht Originalwerke – Fotografien, Zeichnungen, Entwürfe, Modelle und Konstruktionen – ebenso mit ein wie einen spektakulären Nachbau seines futuristischen Autos “Dymaxion Car #4″ mit ein. Martin Schröder wird am 7.9.2011 im Museum Marta in Herford einen Vortrag zum Thema Stromlinie halten in dessen Mittelpunkt das vom amerikanischen Architekten Buckminster Fuller von 1933-34 gebaute Dymaxion Car steht. Schröder wird den Zusammenhang von diesem besonderen Fahrzeug zu anderen Stromlinienfahrzeugen stellen und dazu von der zentralen Heckfinne des Dymaxion Car bis zu den 2011er LMP1-Wagen von Peugeot und Porsche wandern. Mit der zugrunde liegenden Idee des maximalen Vorteils bei minimaler Energieanwendung nahm er visionär das vorweg, was wir heute unter dem Begriff der Nachhaltigkeit subsumieren. Weniger bekannt ist, dass Fuller auch als Automobilkonstrukteur tätig war und bereits in den frühen 1930er Jahren mit seinem Dymaxion Car ein automobiles Konzept vorstellte, das radikal mit allem brach, was zu dieser Zeit Stand der Technik und des Designs war. Bei der Entwicklung des tropfenförmigen Wagens arbeitete Fuller eng mit Starling Burgess zusammen, einem damals bekannten und erfolgreichen Designer von Yachten und Flugbooten. Bereits die äußere Gestaltung war eine Kampfansage an die Karosseriezunft der damaligen Zeit, konzeptuell geht höchstens das Tropfen-Auto von Edmund Rumpler, das 12 Jahre zuvor die Fachwelt in Verblüffung und Entzücken versetzt hatte, in eine ähnliche Richtung. Der geräumige Wagen, den man auch als frühen Vorläufer des Vans betrachten kann, wog dank Aluminium-Leichtbauweise nur etwa so viel wie ein VW Käfer und konnte auf seinen drei Rädern, indem das antreibende hintere Einzelrad um 90 Grad drehbar war, auf der Stelle wenden. Angetrieben wurde der Wagen durch einen im Heck eingebauten 8-Zylinder-Motor von Ford, der rund 75 PS leistete und in Verbindung mit dem geringen Gewicht und der Stromlinienform eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h ermöglichte. Im Verbrauch soll das Dymaxion Car mit einem Wert von 9,4 l auf 100 km ausgekommen sein. In vielen Details zeigte sich die Radikalität des Fuller'schen Ansatzes: Die Sicht nach hinten wurde beispielsweise – unter Verzicht auf ein Heckfenster – mit einem Periskop ermöglicht, und ein zweiteilig schwingender Rahmen sorgte für eine konsequente Entkopplung von Antriebseinheit und Passagierzelle. Mehr Informationen zum Dymaxion Car erhalten Sie im Museum Marta in Herford. Dort ist auch der Katalog Katalog, „Dymaxion Car: Buckminster Fuller, Gebundene Ausgabe, 224 Seiten, Verlag Actar erhältlich.

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