Friedel Münch der Mammut-Erbauer ist tot

[ct-red] Am Sonntag, 27. April 2014 ist der bereits zu Lebzeiten legendäre Motorrad-Konstrukteur Friedel Münch im Alter von 87 Jahre nach langer Krankheit gestorben. Der 1991 durch einen Schlaganfall aus dem Schaffen gerissene Motorrad-Konstrukteur, sorgte zuletzt mit der Münch Mammut 2000 erneut für Schlagzeilen.

Nach der Beendigung der Schule absolvierte Münch eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser und gründete in den Betriebsräumen seines Vaters eine kleine Werkstatt, wo er in der Hauptsache Motorräder reparierte. Nebenher legte er an einer Fernschule Prüfungen in Maschinenbau und Fahrzeugelektrik ab. 1948 begann Friedel Münch Motorradrennen zu fahren. Nach einem schweren Sturz verzichtete er auf weitere Starts und widmete sich ganz der Konstruktion und dem Bau von Motorrädern. 1955 gab es ein kurzes Intermezzo bei Horex, als Münch eine Anstellung als Versuchs- und Rennleiter antrat. Ein Jahr später beendete Horex die Motorradproduktion. Friedel Münch kaufte die Fertigungsvorrichtungen für die Motorenproduktion der 400er-OHC-Zweizylinder-Imperator auf und verkaufte ab 1964 eine selbstentwickelte, sehr leistungsfähige und leichte Vorderradbremse für Renn- und Straßenmotorräder und stellte im Frühjahr 1966 den ersten Prototyp seiner „Mammut“ vor. Münch hatte um den Motor des NSU 1000 herum ein für die damalige Zeit gewaltiges Motorrad geschaffen. Als begeisterter Techniker und Konstrukteur legte Friedel Münch wenig Wert auf die Wirtschaftlichkeit seiner Unternehmung. Finanzielle Probleme begleiteten regelmäßig die Fertigung seiner Motorräder; mit unterschiedlichen Teilhabern und Eigentümern konnte die Produktion jedoch bis 1980 aufrechterhalten werden. Das Werksfoto zeigt Friedel Münch mit einer Münch-4 TTS-E 1300. 1977 startet Münch eine weitere Karriere als Motorradhersteller und entwickelte unter der Marke Horex Bausätze zur Hubraumsteigerung der NSU-Motoren seiner früheren Motorräder sowie wieder eigenständige Maschinen unter der Bezeichnung Titan. 1991 erlitt Münch zwar einen Schlaganfall, konstruierte aber Mitte der 1990er Jahre erneut ein Motorrad – die Münch Mammut 2000. Von 2000 bis 2008 betrieb Friedel Münch ein Motorenmuseum in Laubach. 26 Motorräder des ehemaligen Friedel-Münch-Museums (Walldorf) übernahm 2010 das Technik-Museum Speyer. Aktuell präsentiert das Technik Museum Speyer diese umfangreiche Sammlung des verstorbenen Motorradbauers Friedel Münch. Zu den zahlreichen Ausstellungsstücken gehören unter anderem auch die 26 teils aufwendig restaurierte Unikate aus den Baujahren 1967 bis 1999.

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