Festival der technischen Sinne

[ct-red] Drei Tage gingen in Friedrichshafen vorbei wie im Flug: Die Klassikwelt Bodensee, die Messe "zu Lande, zu Wasser und in der Luft“, konnte erneut rund 38.000 Besucher begeistern. Das Angebot ist groß genug, um sehr viel zu bieten, jedoch so übersichtlich, um nicht erschlagen zu werden.

Besonders auffällig war der große Andrang ganzer Familien, vor allem am Sonntag. Die Oldtimerschau am Bodensee ist ein Vergnügen für alle Generationen. Dergleichen haben wir noch auf keiner Messe so ausgeprägt beobachten können, weder in Deutschland, noch in Österreich. Wer noch nie dort war; die Hallen sind angeordnet wie in Stuttgart, allerdings kleiner. Zwei Reihen an Messehallen liegen parallel und lassen einen langen Innenhof frei. Dieser wird während der Messe zum Klassikerparkplatz, denn alle historischen Fahrzeuge kommen frei aufs Gelände. So entsteht ein großes Open-Air Museum mit teils phantastischen Raritäten. Auch das ist in Friedrichshafen einmalig. Vielleicht liegt es auch an der Nähe zur Schweiz, denn dort sind viele Klassiker unterwegs, die einst in Deutschland nicht oder nur sehr selten vertrieben wurden. Am Messetand der GTÜ war wieder viel Expertenrat gefragt. Und auch in Friedrichshafen wiederholte sich ein Effekt, den wir auf den anderen bisherigen großen Messen des Jahres, in Bremen, Stuttgart und Essen bereits beobachtet haben: Die teils turbulenten Wertsteigerungen, vor allem bei sportlichen Klassikern, bergen für die Besitzer auch eine große Gefahr. Oft bekam man auf die Frage nach einem Gutachten die Antwort, dass dieses bereits fünf oder sechs, sieben Jahre alt sei. Fahrzeuge, die in diesem Zeitraum ihren Marktwert glatt verdoppelt haben, sind gar nicht mehr so selten, da muss man sich nur mal bei Porsche oder Mercedes umsehen. Also sollte man schon vorsichtig sein. Der neue GTÜ Oldtimer-Ratgeber ging daher gleich kistenweise über den Tresen des Messestandes. Ein Publikumsmagnet am GTÜ-Stand war auch das Aston Martin Volante V8 Cabriolet, vor dem viele Passanten in Gedanken den Zündschlüssel drehten, um mal eine Runde mit diesem Boliden durch die malerischen Obstgärten rund um den Bodensee zu drehen. Denn auch das ist die Klassikwelt: eine frühsommerliches Fest für die Sinne in einer der schönsten Landschaften Deutschlands. Unser Bild zeigt einen der großen Favoriten: Der Kling K1, ein Rennwagen der frühen Nachkriegszeit auf Basis des legendären BMW 328. Der weltberühmte Rennfahrer Karl Kling ließ sich einst dieses Fahrzeug bauen, das aus derselben Schule stammt wie die Veritas-Rennwagen ähnlichen Zuschnitts. Ein phantastisches Einzelstück mit großer Geschichte, erstmals nach Jahrzehnten wieder in Friedrichshafen zu sehen. Text/Bilder: Achim Gandras

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