Fahrrad, Motorrad, Auto, Nutzfahrzeug: alles Presto

[ct-red] Presto, eine fast vergessene Fahrzeugmarke, die Anfang des letzten Jahrhundets bis 1926 in Chemnitz erfolgreich tätig war, wird seit letzten Sonntag im Rahmen einer Sonderausstellung des August-Horch-Museums in Zwickau zu neuem Leben erweckt. Zu sehen ist das komplette Produktionsprogramm – vom Fahrrad bis zum Lastkraftwagen.

Anfangs, um 1901 waren es noch Damen- und Herrenräder, Rennräder und erste Leichtmotorräder, bevor auch luxoriösen Personenwagen und später auch Nutzfahrzeuge das Chemnitzer Presto-Werk verließen. Eine der vorgestellten Attraktionen im August Horch Museum ist ein Presto Typ D aus dem Jahr 1924, der im Auslieferungszustand zu sehen ist. Im ausgestellten letzten Modell, dem 6 Zylinder Typ G, der Prestowerke, wurde während der Reparaturarbeiten ein kleiner Silberschatz gefunden, der auch in der Ausstellung zu sehen sein wird. Neu herausgegeben wird mit Beginn der Ausstellung eine Broschüre über die Entwicklung der Prestowerke, die im Museum erhältlich ist. Chemnitz ist eine traditionsreiche sächsische Industriestadt. Der Maschinen- und Fahrzeugbau besitzt hier eine außerordentlich lange Erfolgsgeschichte. Nach Kutschen und Lokomotiven verließen in Chemnitz bereits im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts vielfältige Fahrräder, Motorräder und Automobile die Produktionsstätten. Einer der Pioniere des deutschen Fahrzeugbaus war Georg Günther. Unter dem Markennamen Presto, was im italienischen Tempo und schnell bedeutet, wurden in Chemnitz einige zehntausend Automobile, Motorräder und Mopeds und etwa 1 Million Fahrräder hergestellt und in alle Welt verkauft. 1926 übernahm die NAG die Presto-Werke, stieß diese aber 1929 wieder ab. 1934 zog dann die Auto Union in die leerstehenden Werkshallen und führte die Chemnitzer Fahrzeugbautradition fort. Der Aufstieg und Niedergang der Prestowerke ist eng verknüpft mit der deutschen Wirtschaftsgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Zahlreiche technische Zeugen dieser Epoche schlummern heute noch in Scheunen und auf Dachböden und warten darauf, wiederentdeckt zu werden.

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