E10? Mehr Zweifel im Tank

[GTÜ] Der Ethanolanteil im Benzin wurde auf bis zu 10% angehoben. Das Ergebnis nennt sich „E10“ und seither fährt der Zweifel im Tank mit. Die Lager sind gespalten – während die einen den „politisch gewollten“ Bio-Sprit favorisieren, warnen andere vor den Folgen der „Biosuppe“.

Nachdem 2009 die Beimischung von Biodiesel zum Dieselkraftstoff erhöht wurde, erfolgte die Erhöhung und Beimischung von Ethanol anfang des Jahres von 5% auf einen 10% Anteil Ethanol. Dieser neue Kraftstoff wird als E10 bezeichnet. Bisher betrug der Bioethanolanteil im Benzin bis zu 5 %, alle tankten es und die Welt war in Ordnung. Jetzt, mit Einführung des E10, sollten Fahrerinnen und Fahrer benzinbetriebener Fahrzeuge vor dem Tanken nachfragen, ob ihr Fahrzeug den Kraftstoff verträgt. Etwa 90 % aller benzinbetriebenen Pkw können E10 tanken. Die Betonung liegt hier offenbar bei „können“, denn genauere Angaben suchte man vergeblich. Tatsächlich sollen Neufahrzeuge in der Regel E10-tauglich sein. Alle nicht nachgewiesen E10-verträglichen Fahrzeuge sollten ausschließlich die bisherigen Benzinsorten tanken. Das empfiehlt beispielsweise der ADAC, denn die Kraftstoffanbieter werden in Deutschland per Verordnung verpflichtet, diese Sorten (Bestandssorten) weiterhin anzubieten und zwar zeitlich unbefristet. Unsicherheit und Zweifel Große Unsicherheit herrscht derzeit im Lager der Oldtimer-/Youngtimer-Fahrer. Hier hat bislang nur Mercedes-Benz differenzierte Freigaben für ältere Modelle erstellt und publiziert. Aktuell ist der ADAC mit den Automobil-Herstellern und Importeuren derzeit in Kontakt, um für den Gesamtmarkt entsprechende Freigaben zu klären, die aktuell auf der ADAC/E10 Website veröffentlicht werden. Andererseits gibt es aber auch klare Warnungen aus den Reihen des „Parlamentskreises Automobiles Kulturgut“. Er tagte Anfang März 2011 im Technikmuseum in Berlin. Dirk Köhler, verantwortlich für die Geschäftsentwicklung des Mineralöl-Unternehmens Total Deutschland GmbH, referierte: „An den Zapfsäulen der deutschen Tankstellen ist die flächendeckende Umstellung auf den neuen Kraftstoff längst angelaufen“, sagte der Experte. Die Autofahrer seien jedoch in hohem Maße verunsichert, konterte das Plenum den aktuellen Lagebericht. Ob sich der neue E10 Kraftstoff mit dem jeweiligen Fahrzeug verträgt, wissen in der Regel die Fahrzeughersteller – wenigstens solange es sich um neue Fahrzeuge handelt. Was aber ist mit klassischen Automobilen? Die Antwort des Fachgremiums fiel eindeutig aus. Für Youngtimer und insbesondere Oldtimer gelte: Finger weg vom E10 Zapfhahn! Der Treibstoff kann aufgrund seiner Zusammensetzung Tank, Leitungen und Vergaser beschädigen oder gar zerstören und damit teure Reparaturen notwendig machen. Kennzeichnungen der Sorten E10 wird an Zapfsäulen deutlich gekennzeichnet: Dort steht der Name der Benzinsorte mit dem Namenszusatz "E10"- also beispielsweise "Super E10". Beim herkömmlichen Benzin steht an den Zapfsäulen wie bisher nur der Name der Benzinsorte - also beispielsweise "Super". Hier erfolgt die grobe „Richtlinie“ – alle nicht in Listen der Hersteller oder Fachverbänden aufgeführten Fahrzeuge sollten ausschließlich die bisherigen Benzinsorten tanken. Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH DAT hat dazu gemeinsam mit dem VDA Verband der Automobilindustrie eine Broschüre „E10 Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen“ herausgegeben. Umfassend informiert auch der ADAC auf seinen Sonderseiten im Internet zum Thema E10 Kraftstoffe. Neben einer umfangreichen Sammlung zur Verträglichkeit, Fragen und Antworten, Technik, Gesetzeslage und Umwelt, bietet der ADAC hier online abrufbare Informationen zur E10-Verträglichkeit bei Automobilen und Motorrädern, die nach Fahrzeugmarken sortiert sind.

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