Die „S-Klasse“ ist 40 Jahre jung

[ct-red] Mit der Baureihe 116 feiert Mercedes-Benz im September 1972 eine Doppelpremiere: Zusammen mit dem Oberklasse-Fahrzeug etabliert die Stuttgarter Marke auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main einen neuen Namen. Die Oberklasse hieß jetzt offiziell „Mercedes-Benz S-Klasse“.

Das Kürzel „S“ in der Bezeichnung der Spitzenmodelle von Mercedes-Benz gibt es schon seit 1949. Nun aber wird das „S“ zum exklusiven Kennzeichen einer ganzen Modellfamilie. 1993 wird diese Nomenklatur auch auf die anderen Pkw-Klassen von Mercedes-Benz ausgedehnt, beginnend mit der C-Klasse, E-Klasse und G-Klasse. Baureihe 116: hier beginnt der Luxus. Die Baureihe 116 löst die Baureihen W 108/109 ab und umfasst zunächst die Typen 280 S, 280 SE und 350 SE. In den Typen 280 S und 280 SE kommt der Sechszylindermotor M 110 mit zwei oben liegenden Nockenwellen zum Einsatz, der zuvor in der Baureihe W 114 debütiert hat. Der 350 SE wird vom V8-Motor M 116 angetrieben, ein halbes Jahr später folgt der 450 SE mit dem hubraumstärkeren 4,5-Liter-V8-Motor M 117. 1973 erscheinen auch die Typen 450 SEL und 350 SEL mit einem um 100 Millimeter verlängerten Radstand. Eine bemerkenswerte technische Neuerung, die bei den Limousinen der Baureihe 116 erstmals in einem Serienfahrzeug verwirklicht wird, ist die Doppelquerlenker-Vorderradaufhängung mit Lenkrollradius null und Bremsnick-Abstützung. Diese Technik ermöglicht eine bedeutsame Verbesserung der Fahreigenschaften und damit ein deutliches Plus der aktiven Sicherheit. Weitere Sicherheitsmerkmale sind die Lage des Kraftstofftanks, der nun nicht mehr im Wagenheck, sondern kollisionsgeschützt über der Hinterachse eingebaut wird und im Innenraum sorgen stark gepolsterte Armaturenbretter für mehr Aufprallschutz. Wichtigste Verbesserung im Vergleich zur Vorgänger-Baureihe ist die noch stabilere Sicherheits-Fahrgastzelle mit versteifter Dachrahmen-Struktur, hochfesten Dachpfosten und Türsäulen sowie verstärkten Türen. Die Energieabsorption der vorderen und hinteren Knautschzone wird durch kontrollierte Deformationsfähigkeit von Vorbau und Heckbereich deutlich erhöht. Im Mai 1975 wird der Typ 450 SEL 6.9 als neues Spitzenmodell der Baureihe und legitimer Nachfolger der spektakulären Hochleistungs-Limousine Mercedes-Benz 300 SEL 6.3 (W 109) präsentiert. Wie sein direkter Vorgänger ist der Typ 450 SEL 6.9 auf Anhieb erfolgreich: Obwohl er mehr als doppelt so teuer ist wie ein Typ 350 SE, werden in der viereinhalbjährigen Produktionszeit 7.380 Exemplare gebaut. Nachfolger der ersten S-Klasse Modellreihe werden die im September 1979 auf der IAA präsentierten Typen der Baureihe 126. Die Produktion der Baureihe 116 läuft, je nach Typ, erst zwischen April und September 1980 aus. Als letztes von insgesamt 473.035 gebauten Exemplaren dieser Modellreihe passiert ein Typ 300 SD die Endabnahme im Werk Sindelfingen.

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