Die Grundlage jeder Risikoabsicherung – das GTÜ Classic Wertgutachten

Im Zusammenhang mit der Absicherung von Sachwerten, sollte der Versicherungsnehmer ein paar Dinge beherzigen, um seinen Oldtimer oder das wertvolle Sammlerauto gegen eventuelle Risiken abzusichern. Im Umgang mit der Versicherung, zählen nicht nur Originalität, Fahrzeugzustand, geringe Laufleistung oder Kleinserien und Unikate, sondern vor allem eine objektive Marktanalyse.

 Es ist zwar richtig, dass allein der Fahrzeugbesitzer entscheidet, welches Gutachten er zur Absicherung der Risiken bei einem Sachverständigen in Auftrag geben will. Als Faustregel gilt jedoch: je seltener, wertvoller oder einzigartiger ein klassisches Kraftfahrzeug ist, um so ausführlicher sollte das Gutachten im Hinblick auf einen Schadensfall sein. Sogenannte Kurzgutachten oder Versicherungseinstufungen, die einen ermittelten Marktwert ausweisen, reichen bei solch raren Sammlerfahrzeugen bei weitem nicht aus. Hier sollte im Rahmen einer Begutachtung neben dem Marktwert auch der Wiederbeschaffungswert in einem umfangreichen Wertgutachten ausgewiesen werden.

 

Die Versicherungsgesellschaft fordert je nach Versicherungsart klar definierte Zustandsnoten, Marktwerte, Wiederbeschaffungswerte und wenn zutreffend, in speziell verhandelten Policen auch den Wiederherstellungswert einer aufwändig durchgeführten Restaurierung oder Neuaufbau eines Klassikers. Generell wird der Sachverständige zwar beratend auf die Möglichkeiten zur Risikoabsicherung hinweisen, doch die unterschiedlichen Gebührensätze der Gutachtenarten differieren mitunter sehr stark, was den Griff zur günstigeren Variante meist aus Unkenntnis über mögliche Folgen zum Risikofaktor macht.

 

Zwischenzeitlich ist die Zahl der Spezialversicherer gleichsam mit dem Markt gewachsen und die Möglichkeiten der Risiko-Absicherung sind sehr breit gefächert. Zum einen werden Oldtimer-Versicherungen bei den Assekuranzen individuell kalkuliert und richten sich in der Regel nach Jahresfahrleistung (bei einigen Anbietern wird diese gestaffelt angeboten) und der Unterbringung – also der Frage ob eine Garage, eine Tiefgarage oder doch nur der Laternenplatz zu Verfügung steht. Dann folgt meist die Frage nach dem Alter des Fahrzeughalters, die geplante Nutzung durch weitere Personen und die Art des Kennzeichens (Normale Zulassung, H-Zulassung, Saison-Zulassung u.ä). Weitere Kriterien des aufzuwendenden Risikobeitrages sind die Fragen, ob ein Fahrzeug oder mehrere auf einer Police versichert werden sollen. In der Regel werden Alltagsklassiker Haftpflichtversichert, d.h. der Fahrer ist abgesichert gegen Schäden, die er anderen Verkehrsteilnehmern zufügt. Oder Kaskoversichert -  hier haftet die Versicherung bei selbstverschuldeten Schäden durch den Versicherten. Für Alltagsautos mag eine reine Haftpflicht ja noch angehen, ein klassisches Kraftfahrzeug sollte jedoch immer kasko- und haftpflichtversichert sein. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere bei unverschuldeten Unfällen mit Klassikern, die gegnerische Versicherung eine Regulierung wie bei normalen Gebrauchtwagen mit Restwertangeboten und dem Hinweis auf das Gebot der möglichst günstigen Regulierung anstrebt, um sich so aus der Affäre zu ziehen.

 

Um das klassische Kraftfahrzeug weitestgehend vollständig abzusichern, sollte deshalb bei höherwertigen Fahrzeugen immer ein vollumfassendes Wertgutachten eines Sachverständigen für klassische Fahrzeuge in Erwägung gezogen werden und dieses im Turnus von zwei Jahren auf die dann ermittelten Wertsteigerungen anpassen lassen. Dies gilt insbesondere für Fahrzeuge, deren Werte 50.000 EURO übersteigen. Unterhalb dieses Wagenwertes kann auch ein günstigeres Kurzgutachten erstellt werden. Abzuraten ist hingegen von den sogenannten „Versicherungseinstufungen“, die in den letzten Jahren verstärkt angeboten werden. Diese „günstig erstellten Preisschilder“ sind das, was der Name sagt – Einstufungen – von Gutachten kann hier keine Rede sein und im Schadenfall leistet ein umfassendes Wertgutachten bessere Dienste, da alle wesentlichen Komponenten fotografisch dokumentiert sind.

 

Als Faustformel sollte folgende Einteilung ausreichen: Zu Fahrzeugen bis zu einem Wert von 40.000 bis 50.000 EURO sollten entweder ein Kurzgutachten und im Hinblick auf Seltenheit, Ersatzteilbeschaffung oder Aufwand im Schadenfall ein längeres Wertgutachten in Auftrag gegeben werden. Liegt der Marktwert des Fahrzeuges über 50.000 EURO, sollte aus Sicherheitsgründen immer ein Wertgutachten in Frage kommen.