Cisitalia 202: Ikone der Moderne

[AG] Seit 1950 steht ein Exemplar dieser italienischen Kleinserie als „Sculpture in Movement“ im Museum of Modern Art in New York. Es ist ein Cisitalia 202. Das Sportcoupé, dessen revolutionäre Linie von Battista „Pinin“ Farina gezeichnet wurde, verkörpert den Beginn der Ära der Gran Tourismo-Coupés in den 50ern.

Die meisten Karosserien der etwa 170 bis 1952 entstandenen Fahrzeuge wurden bei Vignale in Turin hergestellt. Cisitalia, die „Compagnia Industriale Sportiva Italiana“ war 1943 von dem Geschäftsmann und Rennfahrer Piero Dusio gegründet worden, als sich für Italien das Ende des Zweiten Weltkrieges bereits abzeichnete. Der berühmte Konstrukteur Dante Giacosa, unter anderem Vater des Fiat 500 „Topolino“, baute für Dusio 1944 einen kleinen 1100ccm-Monoposto-Rennwagen mit Fiat-Komponenten, der 1946 die technische Grundlage für das hier gezeigte Coupé liefern sollte. Das wohl ehrgeizigste Projekt der kleinen Turiner Sportwagenschmiede war 1948 ein Mittelmotor-Grand-Prix-Monoposto, dessen Zwölfzylinder-Boxer eine Konstruktion von Porsche war. Der berühmte Rennfahrer Tazio Nuvolari, „il Mantovano Volante“, der „Fliegende Mantuaner“, sollte damit an seine internationalen Erfolge von vor dem Krieg anknüpfen. Den Kontakt zwischen Piero Dusio und Ferry Porsche hatte kein Geringerer als Carlo Abarth hergestellt. Mit dem Geld Dusios für die Konstruktionsarbeit konnte Ferry Porsche die Kaution bezahlen, um seinen Vater Prof. Ferdinand Porsche aus der französischen Internierung auszulösen. Das Cisitalia-Coupé im Bild steht im Italienischen Automobil-Nationalmuseum in Turin. Die glattflächige Pontonform mit eingelassenen Scheinwerfern war stilbildend für die Nachkriegszeit und behielt ihre Gültigkeit bis weit in die 60er Jahre hinein. Text: Achim Gandras / Bild: Museo Nazionale dell´Automobile Turin.

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