Charta von Turin: Initiative der FIVA

[ct-red] Die „Fédération Internationale des Véhicules Anciens“ (FIVA) will mit der Charta von Turin weltweit alte Straßenfahrzeuge, historische Fabrikgebäude, Tankstellen, besondere Strecken, Dokumente und Archive als Kulturgut schützen. Die Charta formuliert damit umfassend Prinzipien zum Erhalt und zur Reparatur historischer Fahrzeuge.

Mit der Charta von Turin strebt die FIVA Privilegien für Oldtimerfahrzeuge an, um deren Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr für die Zukunft zu sichern, obwohl sie heutigen und kommenden Umwelt-, Sicherheits- und Energiebestimmungen nicht genügen. Die Charta von Turin enthält 15 Grundsatzartikel und Definitionen der Ziele und benutzten Begriffe. Sie fasst Prinzipien zu Betrieb, Erhalt, Konservierung, Restaurierung und Reparatur von historischen Fahrzeugen zusammen und ergänzt gültige Chartas zum Schutz des mobilen kulturellen Erbes. Genannt seien hier die Charta von Riga für Eisenbahnen und die Charta von Barcelona für historische Schiffe. Teil der FIVA –Strategie ist es, Oldtimerfahrzeuge weltweit als zulässige Verkehrsmittel zu erhalten, damit dem bewährten Vorbildern wie der Schweiz und Deutschland zu folgen und weltweit für den Schutz historischer Fahrzeuge einzutreten. Der Oldtimer-Weltverband FIVA will nun das Recht, mit historischen Straßenfahrzeugen mobil zu sein, international absichern. Statt in jedem Land Einzellösungen zu erkämpfen, denkt die FIVA an einen globalen Ansatz. Das „UNESCO-Übereinkommen zum Kulturgüterschutz“ vom 14. November 1970, das heute in allen 120 Staaten, die es angenommen haben, in nationales Recht umgesetzt worden ist, bietet hierfür die Rahmenbedingungen. Mit der Charta von Turin definiert die FIVA Kriterien und Voraussetzungen, nach denen historische Fahrzeuge unter Kulturgüterschutz gestellt werden könnten. Die Charta schließt zeitgenössische Fabriken, Tankstellen oder fahrzeughistorisch bedeutsame Straßen ebenso ein wie alte Handwerkstechniken, Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Charta will dokumentierte historische Substanz möglichst unverändert bewahren und alte Fahrzeuge durch Gebrauch, Pflege, Konservierung, Restaurierung und schonende Instandsetzungsmethoden für künftige Generationen erhalten. In 60 Ländern diskutieren derzeit 75 FIVA-Mitgliedsorganisationen, die 1,5 Millionen Oldtimerfreunde repräsentieren, den Entwurf der Charta von Turin. Die Verabschiedung ist in der nächsten Generalversammlung geplant.

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