Bochumer Schlichtheit - Pariser Minimalismus

[GTÜ] Der eine zählt zu den Fahrzeugen mit der höchsten Wertsteigerung und der andere ist nahezu vollkommen aus der Welt verschwunden. Die Rede ist von den beiden Meistern der schlichten Erscheinung und des technischem Minimalismus: Citroën 2CV und Opel Kadett A.

Eine neue Buchreihe des Heel-Verlags in Königswinter widmet sich diesen „Autos, die noch Typen waren“ mit zwei Titeln und läßt diese „Charaktere der Nachkriegsjahre“ in ihrer schlichten Eleganz und minimalistischen Technik neu auferstehen. In einer Zeit, in der beinahe jedes Automobil auf den Zeitgeist zugeschnitten nur noch am Typenschild unterscheidbar ist, gehörte der Opel Kadett und der Citroën 2CV zweifellos zu den automobilen „Typen“, die ein eigenes Gesicht hatten und jeder für sich seine charakteristische Linienführung aufwies. Beide Bücher nehmen uns mit auf eine spannende Zeitreise durch die Automobilgeschichte, die für den Kadett mit dem Ur-Modell aus den Jahren 1936 bis 1940 beginnt. Jedoch erst mit dem Kadett A startet 1962 im Bochumer Werk die lückenlose Folge der erfolgreichsten Opel-Baureihe, die 1991 nach dem Produktionsende des E-Kadett mit dem Astra eine Fortsetzung finden sollte. Etwa zur selben Zeit (1990) wird auch die Produktion des Citroën 2CV nach fest 50 Jahren eingestellt. Doch während der Opel Kadett A heute als ausgestorben gelten kann, sausen die Enten munter weiter im Straßenbild herum und zählen aktuell zu den Automobilen, die den höchsten Wertzuwachs aufweisen konnten. Wer eine will muss tief in die Tasche greifen und wer einen Kadett A haben möchte, braucht viel Geduld, Zeit und Ausdauer, um einen zu finden. Beide Bücher sind sorgfältig recherchiert und beleuchten alle Generationen der beiden Modelle. Branchenkenner Peter Schulz kümmert sich um alle fünf Generationen des Kadett (A bis E) und dokumentiert deren Modellgeschichte. Mit zahlreichen, überwiegend zeitgenössischen Bildern, die zeigen, wie sich der Bestseller und seine Klientel über die Jahre entwickelten, entstand eine wunderbare Hommage an eine der traditionsreichsten Modellreihen im Segment der Kompaktwagen. Autor Ingo Meier hingegen liefert mit dem französischen Volkswagen 2CV das Gegenstück zur Bochumer Schlichtheit Opel. Der Citroën wurde bei seinem Debüt im Jahr 1948 zunächst belächelt, entwickelt er sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Erfolge der Automobilgeschichte. Doch erst 1958 kommt das "hässliche Entlein" auch nach Deutschland - wo sich die Begeisterung jedoch zunächst in überschaubaren Grenzen hält, aber gegen Produktionsende der wichtigste Exportmarkt war. Die Bücher der Reihe „Autos, die noch Typen waren“ sind ware Fundgruben an fahrzeugspezifischem Wissen einschließlich aller Modelle und technischen Daten. Hier die Daten: Ingo Meier, Citroën 2CV. Alle Modelle von 1948 bis 1990, 128 Seiten, ca. 160 größtenteils farbige Abbildungen, gebunden, ISBN 978-3-86852-480-2 und Peter Schulz, Opel Kadett. Alle Modellreihen, 128 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-86852-295-2. Kosten je Band: 14,99 EUR.

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