70 Jahre: Peugeots Elektroflitzer feierte 1941 Premiere

[ct-red] Aus der Not wurde eine Tugend gemacht. Um der Benzinknappheit zu entgehen, die durch deutsche Besatzungstruppen in Frankreich hervorgerufen wurde, brachte Peugeot unter der Bezeichnung VLV (Voiture légère de ville – leichter Stadtwagen) bereits 1941 ein zweisitziges City-Cabriolet mit E-Antrieb auf den Markt.

Gemessen an den Kriegszeiten ist die Auflage von 377 Exemplaren in der Zeit von 1941 bis 1945 eine stolze Leistung. Die Wurzeln der serienmäßigen Elektromobilität reichen bei Peugeot als mittlererweile 70 Jahre zurück. Schon beim Peugeot VLV wurde der Elektromotor von der damals modernsten Batterietechnik mit Energie versorgt. Anstatt der damals üblichen Sechs-Volt-Akkumulatoren lieferten vier in Reihe geschaltete 12-Volt-Batterien den Strom und sorgten für die in jener Zeit beachtliche Reichweite von 80 Kilometer. Bescheiden war allein die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Neuartig war dafür das mitgelieferte Ladegerät, das ein problemloses Aufladen des Autos an jeder Steckdose ermöglichte. Der Elektromotor war im Heck untergebracht und trieb die Hinterräder an. Bei einem Radstand von 180 cm und einer Spurbreite von etwas über einem Meter vorne und 34 cm hinten betrug die Fahrzeuglänge 270 cm, die Fahrzeugbreite 120 cm und die Fahrzeughöhe 130 cm. Ein kompakter kleiner Stadtflitzer, der den Franzosen in den Kriegsjahren eine gewisse Unabhängigkeit vom rationierten Benzin gab. So wurden trotz der Kriegsjahre fast 400 Einheiten des ersten „Stromers“ von Peugeot ausgeliefert. 40 Jahre nach diesem Achtungserfolg des VLV meldete sich Peugeot 1984 beim Elektroantrieb zurück. Mitte der 1980er Jahre wurden umfangreiche Testreihen mit dem Kleinwagen 205 gestartet und zum Ende des Jahrzehnts ging der J5 als Elektrotransporter in Kleinserie. 1991 wurde der J5 auch in den deutschen Großstädten Essen, Leipzig und Saarbrücken erfolgreich getestet. Energielieferant waren zu 99 Prozent recycelbare Nickel-Kadmium-Batterien. Zum weltweit ersten Automobilhersteller, der Elektroautos in großer Auflage produzierte, wurde Peugeot dann ab 1993 mit dem 106 Électric. Verkauft wurde der emissionsfreie Kleinwagen vor allem an Behörden und Dienstleistungsunternehmen, aber auch an Privatkunden. Von dem zwischen 1995 und 2003 hergestellten 106 Électric wurden 3500 Fahrzeuge abgesetzt. Peugeot ist damit bislang immer noch der Hersteller, der bis heute die meisten Zero-Emission-Fahrzeuge eines Modells weltweit verkauft hat.

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