100 Jahre ZF – ein Technologiekonzern feiert

[ct-red] Wenige Tage vor der IAA trafen sich die Größen der Automobilindustrie in Friedrichshafen, um mit der ZF auf den 100. Geburtstag anzustoßen. Im Jahr 2015 feiert die ZF Friedrichshafen AG ihr Firmenjubiläum und seine Entwicklung vom Luftfahrt-Spezialisten zum internationalen Technologiekonzern.

Gegründet wurde ZF 1915 als Zahnradfabrik in Friedrichshafen am Bodensee. Der Standort war damals ein Zentrum und Technologiepark für die Luftfahrtindustrie. Innovative Technologie in möglichst viele Anwendungsfelder auch abseits von Luftfahrt und Automobilindustrie zu übertragen, erwies sich als ein Markenzeichen von ZF in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens. So eröffnete sich ZF in den 1920er und vor allem 1930er Jahren weitere Marktsegmente mit Produkten für Schiffe (ab 1936) und mit der Produktion von Ackerschleppergetrieben. Für diese Diversifizierung und den Einstieg in neue Marktsegmente nutzte ZF auch den Erwerb von Lizenzen: 1932 beispielsweise mit dem US- amerikanischen Unternehmen Ross die Lizenzfertigung von Pkw- und Nutzfahrzeug-Lenkungen. Während der NS-Diktatur gleichgeschaltet mit der Rüstungsindustrie traten mehr und mehr die Produktion von militärischen Fahrzeugen in den Vordergrund und damit einhergehend die Ausweitung der Produktion und neue Standortgründungen. Kurzfristig war die ZF auch nach dem Kriegsende mit der Konstruktion eines Kleinfahrzeuges befaßt, das unter dem Namen Champion Furore machte. Der offene Zweisitzer sollte von den Kunden selbst endmontiert werden können, der Motorblock mit einem 3 PS starken Motor der Marke Triumph war herausnehmbar und konnte auch zum Antrieb von Werkzeugmaschinen und Booten verwendet werden. Den Bau des Champion sollten 1948 angesichts der hohen Auslastung in Friedrichshafen andere Firmen übernehmen, ZF konzentrierte sich auf das ursprüngliche Know- how und vergab die Lizenzen. Neue Eigentümerstruktur nach 1950: Die seit 1947 durch die Stadt Friedrichshafen verwaltete Zeppelin-Stiftung wurde mit einem Anteil von 89,8 Prozent Mehrheitsaktionärin, 6,2 Prozent der Anteile hielt die Familie Brandenstein-Zeppelin, 4 Prozent die Maag Zahnräder und Maschinen AG. Das Stiftungsmodell hat bis heute Bestand. Zum Ende der 1950er Jahre legte ZF den Grundstein für ein Expansionsprogramm in mehrere Richtungen. Die ZF ist heute ein weltweit führender Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik sowie der aktiven und passiven Sicherheitstechnik. Das Unternehmen, das am 15. Mai 2015 TRW Automotive übernommen hat, ist nun an rund 230 Standorten in rund 40 Ländern vertreten.

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