Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 EVO II jetzt mit H-Zulassung - EVO II in Rennausführung bei den Tourenwagen-Legenden im Einsatz

Als der Oldenburger Kaufmann und DSK-Fairnesspreisträger Jörg Hatscher im Januar 2019 die Tourenwagen-Legenden (TWL) - www.tourenwagen-legenden.de - aus der Taufe hob, fußte diese auf dem im Jahr 2009 gegründeten Tourenwagen Revival (TWR), bei dem erstmals die legendären Rennfahrzeuge aus der damaligen DTM und ITC ihre Kräfte auf den Rennstrecken maßen. Die Gleichmäßigkeitsprüfung für Touren- und Sportwagen, das Tourenwagen Revival (TWR), wird nun gemeinsam mit der Rennserie Tourenwagen-Legenden (TWL) von Jörg Hatschers Team organisiert. Das Ziel damals wie heute: fairer Motorsport im familiären Umfeld mit Fahrzeugen der frühen DTM und ITC auf die Rennstrecke zu bringen. Zugelassen bei der TWL sind aber auch die schnellen und technisch anspruchsvollen Fahrzeuge der STW-Zeit (Super-Tourenwagen). Beim Revival können darüber hinaus auch nahezu alle anderen Rennfahrzeuge inkl. Sportwagen wie von Porsche, Ferrari und anderen eingesetzt werden. Der Slogan „Racing with friends“ wird in diesen Rennserien gelebt, die durch schlanke Organisation und professionelle Abwicklung nah am Motorsportler agieren.

Mercedes Typ W201 Evolution II H-Zulassung

Nicht nur auf der Rennstrecke, auch privat fährt der Geschäftsführer der INTAX Innovative Fahrzeuglösungen GmbH, Jörg Hatscher aus Oldenburg, einen im Volksmund Baby-Benz genannten EVO II aus dem Baujahr 1990. Das Fahrzeug wurde vor kurzem bei der GTÜ Prüfstelle IGEFA Ingenieurgemeinschaft für Fahrzeugtechnik GmbH in Oldenburg einer Begutachtung zur Erlangung des H-Kennzeichens nach §23 StVZO vorgeführt und die Prüfer der GTÜ waren begeistert. Handelt es sich bei diesem Fahrzeug doch um eines der 502 äußerst seltenen Exemplare, die von Mai 1990 bis Juli 1990 zu Homologationszwecken von Mercedes-Benz gebaut wurden. Die Hersteller, die in der DTM antreten wollten, mussten zunächst mindestens 500 Exemplare mit Verbreiterungen und Spoiler als Serienfahrzeuge auf die Straße bringen, um diese Teile dann auch im Rennsport einsetzen zu dürfen. Der Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II des Typs W201 war mit einem 4-Zylinder Reihenmotor mit 16 Ventilen, 2.5 Liter Hubraum, 235 PS und Zylinderköpfen der Rennwagenschmiede Cosworth ausgestattet.

Jörg Hatscher hatte seinen privat genutzten EVO II vor 10 Jahren mit einer Laufleistung von rund 8.600 km im Originalzustand erworben. Bei der GTÜ Begutachtung zum H-Kennzeichen hatte das Fahrzeug gerademal 10.000 km auf dem Tacho und befand sich im absoluten Originalzustand. Der EVO II erhielt die Prüfplakette und die Historische Zulassung ohne festgestellte Mängel und war wie alle 502 gebauten Straßenfahrzeuge in Blauschwarz-Metallic lackiert. Gekostet hatte dieses Fahrzeug 1990 mit allen Extras stolze 122.569 DM. Der Baby-Benz W201 Evolution II war damit in der Basisausstattung so teuer wie eine S-Klasse 500 SEL, doppelt so teuer wie ein 190 E 2.6 und dreimal so teuer wie ein 190 E 1.8. Dass diese in geringer Stückzahl gebauten Fahrzeuge heute zu den begehrten Sammlermodellen gehören, spiegelt sich im Markt wider, wo zwischen 200.000 € bis derzeit 428.000 € für Fahrzeuge mit ähnlich geringer Laufleistung aufgerufen und auch bezahlt werden.

Nicht nur die stabilen und hoch gehandelten Preise der EVO II Modelle unterstreichen die Beliebtheit des Fahrzeugs bei Sammlern und Rennsportfans, sondern der EVO II war auch ein Erfolgsmodell im Motorsport. Klaus Ludwig (Spitzname König Ludwig) wurde 1992 auf einem EVO II Meister der Rennserie und Ellen Lohr konnte als einzige Frau auf diesem Fahrzeug ebenfalls einen Sieg einfahren.

 

„Tourenwagen-Legenden“ - die goldene Ära der DTM lebt weiter

Mit dem im Volksmund „Baby-Benz“ genannten 190er 16-Ventiler wagte sich Mercedes erstmals nach langer Abstinenz wieder in den Motorsport, wenngleich die regulären Straßenversionen doch ein wenig an Performance vermissen ließen. Änderungen waren damals jedoch an eine Mindestmenge von zunächst 500 Exemplaren geknüpft, was bedeutete, dass man z. B. Verbreiterungen, Spoiler usw. nur dann einsetzen durfte, wenn damit auch 500 Straßenfahrzeuge ausgeliefert worden waren. Nicht jeder Anbieter nahm es damit so genau wie Mercedes, wo im Modelljahr 1989 die ersten 500 Exemplare des EVO I in Bremen gefertigt wurden. Mit den zuvor gefertigten 2 Vorserienfahrzeugen kam man auf exakt 502 Stück. Im Vergleich dazu müsste der mit 1.400 Exemplaren gefertigte legendäre Flügeltürer eigentlich als Massenprodukt gelten. Beide Evolutions-Serien EVO I von 1989 und die ebenfalls in 502 Stück gefertigten EVO II von 1990 gehören heute zu den raren und sehr begehrten Exemplaren. Wie viele von den EVO I und EVO II noch vorhanden sind, lässt sich kaum feststellen, da nicht wenige im Motorsport verschlissen wurden.

Die in der „Tourenwagen-Legenden“ eingesetzten Fahrzeuge EVO II in Rennausführung hatten das Glück zu überleben und stehen heute besser als vorher da. Der Spitzname „Baby 2“ resultiert dann auch aus der Kombination von „Baby-Benz“ und „EVO II“, wozu es noch einen EVO I mit dem Namen „Baby 1“ gibt.

 

Baby 2 – vom Sportfahrer-Fahrzeug zum Rennfahrzeug

Nachdem der Baby-Benz einige Jahre auf diversen Rennstrecken bei Sportfahrer-Veranstaltungen gefahren worden war, wurde er im Auftrag des Besitzers Jörg Hatscher durch die tst sport+technik aus Hann. Münden zum reinrassigen Rennfahrzeug umgebaut und in der Folge durch INTAX Motorsport in der Langstreckenmeisterschaft VLN auf dem Nürburgring sowie beim dortigen legendären 24h-Rennen erfolgreich unter den Fahren Jörg Hatscher, Thorsten Stadler und Sebastian Sauerbrei eingesetzt. 2015 konnte man auf „Baby 2“ bei den Tourenwagen-Revivals und der Youngtimer Trophy, trotz der sporadischen Einsätze die Klassen-Vizemeisterschaft gewinnen. Seit dem kompletten Neuaufbau als Replika des 1992er Meisterautos von Klaus Ludwig durch die tst sport+technik in Hann. Münden wird Baby 2 bei den Tourenwagen Legenden (TWL) sowie den Tourenwagen Revival (TWR) eingesetzt. Technik und Design des Rennfahrzeugs entsprechen insofern weitgehend dem berühmten Vorbild, das durch AMG seinerzeit zum ersten 190 E-Klasse 1 Fahrzeug für Bernd Schneider in der DTM 1993 umgebaut wurde. Da sich exakt dieses Auto jetzt im Besitz von Jörg Hatscher befindet, besitzt er durch die Replik der 92er Version dieses Auto jetzt gleich zweimal.

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