Vor 60 Jahren: Huschke von Hanstein, Die Formel 2-Elite und ein Porsche Standard Star

Solitude-Rennen, Samstag 23. Juli 1960. Am Nachmittag nach dem Formel 2-Training staunen die Besucher nicht schlecht. Porsche-Rennleiter und PR-Chef Huschke von Hanstein fährt mit einem Porsche Diesel „Standard“ ins Fahrerlager, angehängt ist ein fein säuberlich gereinigter Heuwagen mit provisorischen Sitzgelegenheiten. Der Rennbaron positioniert die ungewöhnliche Fuhre direkt vor dem Areal der Formel 2-Teams. Sofort springt Porsche-Werksfahrer Joakim Bonnier neben Huschke auf die schmale Holzsitzbank und lässt sich die simple Technik des Zweizylinders erklären. Er will unbedingt einmal fahren. Besser können Kontraste nicht sein. Der Schwede hat gerade den Porsche 718 F2 mit dem hochkomplizierten Fuhrmann-Königswellen-Triebwerk auf die vierte Startposition für das morgige Rennen gefahren - und ist jetzt von der rustikalen Arbeitsmaschine hellauf begeistert. Nur den Namen des Herstellers haben sein filigraner Dienstwagen und Huschkes Trekker gemeinsam.
Langsam umringen immer mehr Formelfahrer den Porsche Diesel und nehmen schließlich auf dem Anhänger Platz. Allen voran Ferrari-Werksfahrer und der spätere Sieger des Rennens, Wolfgang Graf Berghe von Trips. Aber auch die Lotus-Piloten Jim Clark und Innes Irland, die Cooper-Fahrer Maurice Trintignant und Edgar Barth sowie das Porsche-Team mit Graham Hill und Dan Gurney. Die Verwunderung im Fahrerlager steigt. Dann dampft der 1,6 Liter Diesel mit seinen 20 PS davon, über den Solitude-Ring in die Kräherwaldstraße am Stuttgarter Killesberg, genaugenommen in die Villa Hanstein.

Der Porsche-Rennleiter hatte alle Formel-Fahrzeug-Piloten und weitere Gäste zum Abendessen eingeladen. Seine Gattin Ursula von Hanstein kochte selbst und mahnte Ihren Gatten angesichts der zahlreichen Gäste: „Du nimmst erst, wenn wir sehen, dass es reicht.“ Es reichte, auch wenn sich im Laufe des Abends noch Rennleiter, Konstrukteure, Funktionäre und Designer wie Cholin Chapman und F. A. Porsche einfanden.

Diese Geschichte ist so unglaublich und unbekannt zugleich – und doch ist es ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, welche die Kameradschaft unter den Rennfahrern und Teams von damals überliefert.

Rechtzeitig zu diesem Jubiläum hat sich das GTÜ-Classic-Team mit zwei Porsche Diesel-Traktoren auf eine Zeitreise begeben, auf den Spuren Huschke von Hansteins. Die Route führte von Renningen, wo – in den Räumlichkeiten der Solitude GmbH - die beiden Porsche Diesel der Typen „Standard“ und „Junior“ beheimatet sind, über Leonberg durch das Glemstal zum Start-und-Ziel-Häuschen der ehemaligen Solitude-Rennstrecke und vor die damalige Boxengasse. Die Laune der beiden Traktor-Fahrer und des Fototeams waren so gut, wie unter den Rennfahrern vor 60 Jahren. Und nicht nur Rainer, der den Porsche „Standard“ fuhr, hatte ein Dauergrinsen im Gesicht, sondern auch die Passanten am Wegesrand freuten sich beim Anblick der „Rotnasen“. „Das ist Entschleunigung pur und überall gibt es den Daumen hoch“, freut sich der 58-jährige und rückt sich sein zeitgemäßes Tweed-Sakko zurecht. Huschke von Hanstein war bei jenem Solitude-Rennen knapp zehn Jahre jünger. Offen bleibt, ob der Rennbaron die vier genutzten Vorwärtsgänge geräuscharmer einlegen konnte, als Rainer. Das ist aber anzunehmen. Denn, Porsche Diesel fahren ist rustikal und erfordert etwas Übung. Die Gänge sind nicht synchronisiert und die Bremse erfordert einen guten Fußdruck, da lediglich die Hinterräder gebremst sind. Der Faszination Porsche Traktor aber verfallen immer mehr Fans der Marke.

Die GTÜ bietet ihr Dienstleistungs-Portfolio selbstverständlich auch für Traktoren an. Es gibt in Deutschland mehr als 2.300 selbständige und hauptberuflich tätige GTÜ-Kfz-Sachverständige. Die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH hat sich in den letzten Jahren konsequent zum Full-Service-Dienstleister entwickelt und ist mit ihrer Oldtimersparte GTÜ Classic auch bestens im Bereich der klassischen Fahrzeuge jeglicher Art aufgestellt.