Autoversteigerung: Die Chance auf ein Schnäppchen? Spielregeln bei Online-Auktionen und Autoversteigerungen

Kaum eine Spielart beim Erwerb eines Klassikers hat sich in den vergangenen Jahren so deutlich entwickelt wie Auktionen. Ob Online-Auktionen oder Präsenz-Auktionen, Autoversteigerungen beim Zoll oder Zwangsversteigerungen der Leihhäuser – die Suche nach dem begehrten Oldtimer oder Youngtimer endet immer dann, wenn der Hammer gefallen ist. Verkäufer hoffen dann auf Bestpreise für ihre Classic Cars und die Bieter suchen nach Raritäten zu günstigen Preisen.

Guter Rat ist gar nicht teuer

Besonders beliebt bei Sammlern sind sogenannte Oldtimer-Auktionen, bei denen auf historische Fahrzeuge geboten werden kann. Doch wie bei allen Auktionen sollten die Bieter sich vorher genau informieren und die Spielregeln kennen, damit Fehlkäufe vermieden werden. Nachfolgend also ein paar Tipps zu den unterschiedlichen Auktionsformen und was im Besonderen in Bezug auf Gewährleistung und Rahmenbedingungen beachtet werden sollte-

 

Kleines 1x1 der Autoversteigerungen: die Holländische Auktion

Dieses Auktionsmodell wird auch als Rückwärtsauktion bezeichnet. Hier gibt der Auktionator ein Höchstgebot bekannt und senkt dann schrittweise den Preis. Der erste Bieter, der ein Gebot abgibt, erhält den Zuschlag. Auch hier gilt: Schauen Sie sich das Objekt der Begierde vorher an – es sei denn, es handelt sich um eine Online-Auktion – und die böse Überraschung eines Blindkaufes kann vermieden werden. Wertminderungen lassen sich so im Vorfeld leichter feststellen. Denn merke: sowohl bei einer Online- als auch bei einer Präsenzauktion ist ein Gebot verbindlich, sobald es abgegeben wurde.

 

Autoversteigerung: Chance auf ein Schnäppchen

Wer an einer Autoauktion teilnimmt, erwartet weniger einen Neuwagen. Im Fokus stehen in den meisten Fällen Gebrauchtwagen, die per Versteigerung einen neuen Besitzer finden sollen. Mehr oder weniger strategisch wird förmlich um einen guten Preis gestritten. Kfz-Versteigerungen sind nicht nur Verkaufsveranstaltungen, sie sind ein Spiel, das sehr dynamisch und mitreißend ist. Nicht selten werden dann für Lieblingsstücke eigene Limits überschritten und höhere Preise erzielt, als im normalen Verkaufsgespräch. Traditionell werden Autoversteigerungen durch ein Auktionshaus durchgeführt. Neue Player in diesem Markt sind Auktionsplattformen wie ebay oder Catawiki, die für einen hohen Bekanntheitsgrad der Online-Auktionen gesorgt haben. Besonders beliebt sind auch Auto-Versteigerungen beim Zoll. Behördenfahrzeuge, beschlagnahmte und gepfändete Autos stehen bei den Bietern gerne auf dem „Einkaufszettel“.

 

Die Präsenz-Auktion für klassische Automobile

Die klassische Versteigerung ist die Präsenz-Auktion. Die Kaufinteressenten sind dabei in einem Raum versammelt, haben sich durch Kataloge und persönliche Inaugenscheinnahme von den angebotenen Losen überzeugt. Ein Auktionator bietet stellvertretend für den Verkäufer, der bei diesen Versteigerungen als Einlieferer bezeichnet wird, die Fahrzeuge an. Die Bieter geben je nach Verfahren ihr Gebot ab. Häufig reicht aber das Handzeichen aus. Die Versteigerung beginnt mit einem Mindestgebot und wird in festgelegten Schritten erhöht. Der Auktionator ist dabei der Moderator, der die Automobile kurz vorstellt und die Handzeichen durch Erhöhung des Zuschlagspreises interpretiert. Handzeichen sind hier verbindliche Angebote, die erst zugeschlagen werden, wenn der Auktionator dreimal den Preis ohne weitere Handzeichen aufgerufen hat. Der letzte Bieterpreis ist somit der Zuschlagpreis und mit dem Hammerschlag ist ein rechtlich verbindlicher Kaufvertrag zustande gekommen. Bei Präsenz-Auktionen besonders hochwertiger Automobile kann das Auktionshaus im Vorfeld der Bieterschlacht eine Bonitätsprüfung verlangen, um sicherzustellen, dass die Bieter über ausreichende Geldmittel verfügen, um bei hochwertigen Fahrzeugen mitzubieten.

 

Fachmännischer Rat der GTÜ Classic Partner

Mittlerweile ist es üblich, dass bei allen Versteigerungsformen die Auktionshäuser eine Registrierung der Bieter fordern. Ob Online oder moderierte Veranstaltung, Zwangsversteigerung oder Zollversteigerung – die Registrierung ist obligatorisch und erfolgt in der Regel mit Personalausweis oder aktueller Meldebestätigung, bei gewerblichen Bietern mit Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug. Und ganz wichtig: Vor der Versteigerung müssen die Zahlungsmodalitäten geklärt werden. Handelt es sich bei den Angeboten um zugesicherte Eigenschaften des Fahrzeuges, die im Katalog abgedruckt sind oder lautet die Formel lediglich: gekauft wie gesehen. Hier sollten Sie das Objekt unbedingt vorher in Augenschein nehmen und wer nicht genau weiß, auf was er achten soll, sollte sich insbesondere bei großen Investitionen fachmännische Verstärkung mitnehmen. Hier stehen Ihnen auch gerne die Experten der GTÜ Classic zur Verfügung, die im Rahmen einer Kaufberatung und –begleitung unterstützen.

Die GTÜ Classic Experten stehen Ihnen selbstverständlich auch bei der Einschätzung des aktuellen Marktwertes zur Seite und klären was das zu ersteigernde Fahrzeug aktuell wert ist. Ein guter Rat zuletzt: Legen Sie immer ihr ganz persönliches Limit oder Höchstgebot fest. Sollte die Autoversteigerung diese Grenze überschreiten, versuchen Sie einen kühlen Kopf zu bewahren. Überlegen Sie, ob Sie wirklich mehr Geld ausgeben wollen.

Erfolgte der Zuschlag, dann ist in der Regel ein Kaufvertrag zustande gekommen, aber es gibt noch zwei weitere Varianten des Zuschlags. Zuschlag unter Vorbehalt der Nachprüfung. Sie könnten ja im Vorfeld der Versteigerung eventuelle Mängel festgestellt haben, die der Einlieferer nicht bekannt gegeben hat. Folgt das Auktionshaus ihrem Zweifel, kann der Zuschlag „unter Vorbehalt der Nachprüfung“ erfolgen. Die zweite Variante ist der „Zuschlag unter Vorbehalt der Zustimmung.“ Wird bei einer Auktion der Zuschlag „unter Vorbehalt der Zustimmung“ zugeschlagen, liegt das Höchstgebot unter den Erwartungen des Einlieferers. Bietet ein Auktionshaus diesen Service an, kann der Auktionator den Zuschlag erteilen. Bevor ein Kaufvertrag zustande kommt, muss allerdings der Einlieferer noch zustimmen. Diese Zustimmung kann entfallen, wenn das Fahrzeugangebot „ohne Limit“ seitens des Einlieferers erfolgte.